Propaganda ist seit langem ein mächtiges Werkzeug in Kriegszeiten.
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Regierungen nutzen oft Botschaften, um die öffentliche Meinung zu formen und zu beeinflussen, wie Soldaten und Zivilisten ihre Feinde wahrnehmen.
Ein neuer Bericht, der russische Kriegsgefangene untersucht, deutet darauf hin, dass solche Narrative auch beeinflussen können, wie Soldaten Ukrainer während des Konflikts sehen.
Ergebnisse der Studie
Eine Studie der ukrainischen NGO LingvaLexa, die von El Economista zitiert wird, legt nahe, dass viele gefangene russische Soldaten Ansichten äußerten, die von Forschern als entmenschlichend gegenüber Ukrainern beschrieben werden.
Die Studie mit dem Titel „Worte, die töten: Wie russische Propaganda Mobilisierung und Kampfmoral prägt“ basiert auf Interviews mit 1.060 russischen Kriegsgefangenen.
Die Fragebögen wurden gemäß den Verfahren durchgeführt, die von der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine überwacht wurden.
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Die Forscher sagen, die Studie ziele darauf ab, zu messen, wie Propaganda die Einstellungen und die Kampfmoral der Soldaten während des Krieges beeinflussen kann.
Wahrnehmung von Ukrainern
Laut Daten, die von dem ukrainischen Medium Euromaidan Press veröffentlicht wurden, stuften fast 43 Prozent der befragten Gefangenen die Ukrainer „auf halbem Weg zwischen Cro-Magnon-Menschen und modernen Menschen“ ein, als sie gebeten wurden, ihre Entwicklung auf einer visuellen Evolutionsskala zu bewerten.
Den Teilnehmern wurde eine Tabelle gezeigt, die die menschliche Evolution von frühen Vorfahren bis zum modernen Menschen darstellt, und sie wurden gebeten, einzuschätzen, wie weit entwickelt die Ukrainer im Vergleich zu anderen Menschen waren.
Im Durchschnitt bewerteten die Befragten die Ukrainer mit 88 Prozent des Evolutionsstadiums anderer Menschen.
Insgesamt beschrieben 42,94 Prozent der Befragten die Ukrainer als „weniger als vollwertige Menschen“.
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Verbindung zur Propaganda
Die Studie identifizierte auch eine statistische Beziehung zwischen dem Glauben an Propaganda und entmenschlichenden Einstellungen.
Unter den Soldaten, die ein geringeres Vertrauen in Propaganda-Narrative äußerten, beschrieben 36 Prozent die Ukrainer in entmenschlichenden Begriffen.
Unter denen, die stark an solche Narrative glaubten, stieg der Anteil auf 54 Prozent.
Forscher sagen, dass solche Einstellungen oft als psychologischer Vorläufer von Gewalt und Hassverbrechen angesehen werden.
Profil der Befragten
Die 1.060 befragten Gefangenen hatten ein Durchschnittsalter von 39 Jahren, was laut Forschern nahe am Durchschnittsalter des russischen Militärpersonals liegt.
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Etwa 75 Prozent identifizierten sich als ethnische Russen.
In Bezug auf die Religion bezeichneten sich 80,61 Prozent als Christen, fast 8 Prozent als Muslime und etwas mehr als 4 Prozent als Atheisten.
Mehr als 90 Prozent gaben an, keine Hochschulbildung zu haben, wobei viele nur eine Sekundarschule oder eine Berufsausbildung absolviert hatten.
Quellen: El Economista.