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Modelagentur kappt Verbindungen zur Gründerin nach Epstein-Enthüllungen

Jeffrey Epstein
U.S. Virgin Islands, Department of Justice / Wiki Commons

Eine führende Modelagentur hat die Verbindungen zu ihrer Gründerin gekappt, nachdem neu ausgewertete Unterlagen des US-Justizministeriums ihre langjährige Beziehung zu Jeffrey Epstein offengelegt haben. Die Entscheidung dürfte die Prüfung verschärfen, wie Eliteagenturen in den Jahren vor dem vollständigen Bekanntwerden von Epsteins Netzwerk den Zugang zu einflussreichen Persönlichkeiten handhabten.

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Next Management teilte mit, dass sämtliche verbleibenden rechtlichen Verbindungen zu Faith Kates beendet würden, und fügte hinzu, ihre Verbindung zu Epstein „sei dem Management von Next und seinen Top-Führungskräften völlig und absolut unbekannt gewesen“, berichtete The Guardian.

Die Agentur erklärte zudem, sie sei „zutiefst betrübt“ über mögliche Auswirkungen auf Models oder Mitarbeitende. Das wirft eine einfache Frage auf: Wer kontrollierte dies?

Kates trat wenige Wochen vor der ersten größeren Veröffentlichung von Epstein-bezogenen Dokumenten zurück. Ihr Sprecher sagte, sie habe Models niemals wissentlich einer Gefahr ausgesetzt, und bezeichnete Epstein als „einen Meistermanipulator“.

Beziehung unter Beobachtung

Dokumente des US-Justizministeriums, die von der britischen Zeitung geprüft wurden, deuten auf eine jahrzehntelange Verbindung hin, die auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2009 fortbestand.

In einer E-Mail, die er während seiner Haft erhielt, schrieb Kates:
„Ich bin und werde immer deine Freundin sein … bedingungslos … ich werde immer für dich da sein.“

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Kurz nach seiner Freilassung fügte sie hinzu:
„Du bist ein guter Freund, mein lieber Freund …“

Spätere Korrespondenz ging über persönliche Unterstützung hinaus und entwickelte sich zu Gesprächen über geschäftliche Angelegenheiten, einschließlich möglicher finanzieller Unterstützung im Zusammenhang mit ihrer Agentur. Ihre Vertreter sagen, dass keine derartigen Vereinbarungen abgeschlossen wurden.

Epsteins Verbindungen zu Finanzwelt, Wissenschaft und Politik wurden in mehreren Untersuchungen und Gerichtsverfahren beleuchtet.

Die jüngsten Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch die Modelbranche seinem Netzwerk stärker ausgesetzt gewesen sein könnte als bislang angenommen.

Zugang und Verantwortung

Die Berichterstattung von The Guardian legt nahe, dass Epstein über berufliche Kanäle in Modelkreise eingeführt wurde, was langjährige Praxis widerspiegelt, Talente mit wohlhabenden Persönlichkeiten zu vernetzen.

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Einige ehemalige Models berichteten von unangenehmen Begegnungen in arbeitsbezogenen Kontexten, darunter eine, die später sagte: „Es fühlte sich an wie ein Kloß im Magen, als mir klar wurde, dass ich knapp davongekommen war.“ Kates bestreitet solche Darstellungen.

Selbst als die Vorwürfe gegen Epstein breiter bekannt wurden, scheint der Kontakt fortgesetzt worden zu sein. In E-Mails, die von The Guardian zitiert werden, schrieb sie: „Geld motiviert Menschen“, und in einem anderen Fall: „Sie sollte sich glücklich schätzen – die Leute sind verrückt.“

Die Unterlagen zeigen außerdem, dass Epstein darum bat, ihm Frauen aus dem Umfeld der Agentur vorzustellen.

Aufsichtsbehörden und Branchenverbände könnten nun zunehmendem Druck ausgesetzt sein, zu prüfen, ob frühere Versäumnisse in der Aufsicht zu rechtlichen Risiken oder strengeren Schutzvorschriften für den Sektor führen könnten.

Quelle: The Guardian

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