Ein zentrales System, das zur Regulierung des Erdklimas beiträgt, könnte sich schneller abschwächen als erwartet. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die wichtigste Meereszirkulation im Atlantik einem möglichen Zusammenbruch näherkommt, was neue Sorgen um die Stabilität des globalen Klimas aufwirft.
Laut Dr News unter Berufung auf Berichte von The Guardian gehen Wissenschaftler inzwischen davon aus, dass frühere Prognosen das Ausmaß der Abschwächung möglicherweise unterschätzt haben.
Wachsende Besorgnis
Das System, bekannt als Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC), spielt eine zentrale Rolle bei der Verteilung von Wärme auf der Erde.
Es transportiert warmes Wasser nach Norden, wo es abkühlt und absinkt, und trägt so zur Stabilisierung von Wettermustern über Kontinente hinweg bei.
Forscher sagen, dass steigende Temperaturen in der Arktis dieses Gleichgewicht stören und zu einem stetigen Rückgang der Stärke der Strömung beitragen.
Neue Erkenntnisse
Die Studie unter der Leitung von Dr. Valentin Portmann vom Forschungszentrum Inria in Bordeaux untersuchte Klimamodelle erneut und kombinierte sie mit realen Beobachtungen.
Er sagte: „Wir haben festgestellt, dass sich die AMOC stärker abschwächen wird als im Durchschnitt aller Klimamodelle erwartet. Das bedeutet, dass wir es mit einer Meeresströmung zu tun haben, die näher an einem Kipppunkt liegt.“
Anstatt sich auf eine breite Palette von Prognosen zu stützen, konzentrierte sich die Forschung auf Modelle, die am besten mit beobachteten Daten übereinstimmen, wodurch die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen verringert wird.
Kollapsrisiko
Laut The Guardian deutet die Analyse darauf hin, dass das wahrscheinlichste Szenario bis 2100 eine Abschwächung zwischen 42 und 58 Prozent ist.
Forscher weisen darauf hin, dass ein derartiges Ausmaß der Abschwächung das Risiko eines vollständigen Zusammenbruchs erheblich erhöhen würde.
Wissenschaftler haben bereits Warnsignale für einen Kipppunkt identifiziert und verweisen darauf, dass ähnliche Zusammenbrüche in der Vergangenheit der Erde bereits vorgekommen sind.
Globale Auswirkungen
Die Folgen eines Zusammenbruchs wären weitreichend und würden Wettersysteme sowie die Nahrungsmittelproduktion weltweit beeinflussen.
Veränderungen könnten Niederschlagsmuster stören, auf die die Landwirtschaft angewiesen ist, während Westeuropa strengere Winter sowie ein erhöhtes Dürrerisiko im Sommer erleben könnte.
Auch der Meeresspiegel im Atlantikraum dürfte deutlich ansteigen, was zusätzlichen Druck auf Küstenregionen ausüben würde.
Wissenschaftler berichten bereits, dass die Strömung derzeit so schwach ist wie seit etwa 1.600 Jahren nicht mehr, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Quellen: Dr News, The Guardian