Laut ukrainischen Geheimdienstinformationen sammelt Russland 20.000 Soldaten für eine neue Offensive, doch es ist unwahrscheinlich, dass dies einen Unterschied machen wird.
Russland bereitet sich möglicherweise darauf vor, auf strategische Reserven zurückzugreifen, da seine Kampagne in der Ostukraine die Erwartungen nicht erfüllt, so ukrainische Geheimdienstmitarbeiter.
Dieser Schritt erfolgt inmitten des zunehmenden Drucks auf Moskaus Streitkräfte, die in den letzten Monaten anhaltende Rückschläge und steigende Verluste erlitten haben.
Kiew erklärt, dass die Verlagerung tiefere strukturelle Herausforderungen im militärischen Ansatz Russlands widerspiegelt.
Zunehmender Druck
Wadym Skibizkyj, stellvertretender Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (GUR), teilte der Financial Times am 16. April mit, dass Moskau etwa 20.000 zusätzliche Soldaten aus seinen Reserven in die Südostukraine entsenden könnte.
Er sagte, Russland habe derzeit rund 680.000 Mann im Einsatzgebiet und strebe an, die gesamte Donbass-Region bis September 2026 einzunehmen, so die Financial Times.
Diese Einschätzung stimmt mit Berichten des ukrainischen Militärbeobachters Kostjantyn Maschowez überein, der angab, dass Reserveeinheiten bereits in Richtung Oleksandriwka und Saporischschja entsandt werden.
Angespannte Strategie
Laut dem Institute for the Study of War (ISW) scheinen diese Verlegungen abseits des russischen Hauptoperationsschwerpunkts in der Region Donezk stattzufinden, was auf einen breiteren Versuch hindeutet, mehrere Fronten zu stabilisieren.
Das ISW verweist auf eine Kombination aus steigenden Verlustzahlen und sinkender Rekrutierung als zentrale Herausforderungen, die Russlands Abhängigkeit von groß angelegten Angriffstaktiken untergraben.
Solche Taktiken, die oft wiederholte Angriffswellen umfassen, sind unter den gegenwärtigen Bedingungen schwerer aufrechtzuerhalten.
Fristen verpasst
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 10. April, dass die russischen Streitkräfte beabsichtigt hätten, Druschkiwka, Kostjantyniwka und Pokrowsk bis Ende April 2026 einzunehmen.
Während Pokrowsk Berichten zufolge eingenommen wurde, sind die Vorstöße auf die beiden anderen Städte hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Wiederholt verpasste Fristen haben das hervorgehoben, was Kiew als übermäßig ambitionierte Planung der russischen Kommandeure bezeichnet.
Begrenzte Auswirkungen
Selbst wenn sie eingesetzt werden, dürften die zusätzlichen 20.000 Soldaten die Dynamik auf dem Schlachtfeld kaum wesentlich verändern.
Ukrainische Beamte weisen darauf hin, dass diese Zahl geringer ist als Russlands geschätzte monatliche Verluste, was ihre strategische Wirkung begrenzt.
Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten, mit denen Moskau konfrontiert ist, während der Krieg weitergeht.
Quellen: Financial Times, ukrainischer GUR, Erklärungen von Wolodymyr Selenskyj, Institute for the Study of War