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Iran verspottet EU wegen Forderung zur Straße von Hormus: „Dieses ‚Völkerrecht‘?!“

Iran flagga
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Ein hitziger diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem Iran und der Europäischen Union hat die Spannungen um die Straße von Hormus verschärft, wobei Teheran die Forderungen aus Brüssel zur Wiedereröffnung der entscheidenden Schifffahrtsroute offen verspottet.

Der Streit begann, nachdem die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Einhaltung des Völkerrechts und die Offenhaltung des Zugangs durch die Meerenge gefordert hatte, eine Position, die der Iran umgehend zurückwies.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, antwortete mit einer vernichtenden Botschaft: „Ach, dieses ‚Völkerrecht‘?! Das, welches die EU hervorholt, um andere zu belehren, während sie stillschweigend einem US-israelischen Angriffskrieg zustimmt – und bei Gräueltaten gegen Iraner wegsieht?!“, berichtet Politico.

Wortgefecht

Kallas hatte auf X geschrieben, dass „gemäß internationalem Recht der Transit durch Wasserstraßen wie die Straße von Hormus offen und gebührenfrei bleiben muss“.

Teheran wies die Behauptung zurück und argumentierte, es habe die Befugnis, in eigener Verteidigung zu handeln. Baqaei sagte, dass „keine Regel des Völkerrechts dem Iran, dem Küstenstaat, verbietet, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass die Straße von Hormus für die Durchführung militärischer Aggressionen gegen den Iran genutzt wird“.

Er erklärte außerdem, dass „bedingungslose Transitpassage“ unter den derzeitigen Bedingungen nicht gelten könne, und verwies auf die Präsenz von US-Militärgütern in der Nähe der Meerenge.

Druck auf die Schifffahrt

Der Schlagabtausch erfolgt zu einem Zeitpunkt, da der Verkehr durch die Meerenge praktisch zum Erliegen gekommen ist. Iranische Kanonenboote feuerten auf Schiffe, die versuchten, die Passage zu passieren, und stoppten den Verkehr entlang einer der weltweit wichtigsten Energierouten, so Politico.

Durch die Straße von Hormus werden etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases transportiert, was jede Störung zu einem großen Problem für die internationalen Märkte macht.

Der Iran hatte zuvor angedeutet, die Route wieder zu öffnen, revidierte seine Position jedoch nach einer US-Marineblockade, die seine Häfen zum Ziel hatte – ein Schritt, der seine Ölexporte bedroht.

Diplomatische Folgen

Mehrere Länder haben nach Gesprächen in Paris, die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer ausgerichtet wurden, die „bedingungslose, uneingeschränkte und sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus“ gefordert.

Die Bemühungen zur Lösung der Krise sind ins Stocken geraten. Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran brachen nach einem kurzlebigen Waffenstillstand zusammen, wobei Meinungsverschiedenheiten über Teherans Atomprogramm weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian sagte: „Trump sagt, der Iran könne seine nuklearen Rechte nicht nutzen, aber er sagt nicht, für welches Verbrechen. Wer ist er, um einer Nation ihre Rechte zu entziehen?“

Unsichere Aussichten

Die Konfrontation verdeutlicht die zunehmenden Meinungsverschiedenheiten über Sicherheit, Handel und Rechtsauslegungen in der Region.

Solange die Spannungen anhalten, werden der Ausgang diplomatischer Bemühungen und die Kontrolle über die Meerenge voraussichtlich die globalen Energieflüsse und die Stabilität einer bereits fragilen geopolitischen Landschaft prägen.

Quellen: Politico