Elon Musk hat zentrale Betrugsvorwürfe gegen OpenAI vor dem Prozess fallengelassen und den Fall auf einen Streit über den Wandel des Unternehmens von einer Non-Profit-Organisation zu einem gewinnorientierten Modell eingegrenzt.
Elon Musk geht in einen der wichtigsten Rechtsstreitigkeiten der KI-Branche — jedoch mit einem deutlich eingeschränkten Fall.
Laut Fortune hat der Milliardär seine Betrugsvorwürfe gegen OpenAI und dessen Führung nur wenige Tage vor Prozessbeginn fallengelassen, wodurch sich die Klage auf einen deutlich kleineren Umfang reduziert.
Klage von 26 auf zwei Punkte reduziert
Ein US-Bundesrichter genehmigte Musks Antrag, den Fall zu straffen, sodass von ursprünglich 26 Vorwürfen nur noch zwei verbleiben: ungerechtfertigte Bereicherung und Verstoß gegen treuhänderische Pflichten.
Die Auswahl der Geschworenen soll in Kalifornien beginnen, und der Prozess wird voraussichtlich in zwei Phasen verlaufen.
Die Entscheidung entfernt einige der schwerwiegendsten Vorwürfe — insbesondere Betrug — ermöglicht es Musk jedoch weiterhin, OpenAIs Abkehr von seinem ursprünglichen Non-Profit-Modell anzufechten.
Kern des Streits: OpenAIs Wandel zum gewinnorientierten Unternehmen
Im Zentrum des Verfahrens steht Musks Behauptung, OpenAI habe seine ursprüngliche Mission, KI zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln, aufgegeben.
Er argumentiert, dass die Aufnahme von Milliardeninvestitionen — insbesondere von Microsoft — sowie die Umstrukturierung zu einem gewinnorientierten Unternehmen diesem Ziel widersprechen.
OpenAI und seine Führung, darunter CEO Sam Altman und Präsident Greg Brockman, weisen die Vorwürfe zurück und bezeichnen die Klage als unbegründet.
Forderung über 134 Milliarden Dollar und strukturelle Änderungen
Musk fordert Schadensersatz in Höhe von bis zu 134 Milliarden Dollar, der nach seiner Ansicht dem Non-Profit-Arm von OpenAI zugutekommen sollte.
Zudem verlangt er, dass das Gericht OpenAI zur Rückkehr zu einer gemeinnützigen Struktur verpflichtet und Altman sowie Brockman aus ihren Führungspositionen entfernt.
OpenAI zufolge wurden diese Forderungen erst spät im Verfahren eingebracht, und das Unternehmen wirft Musk vor, einen „rechtlichen Überraschungsangriff“ vor Prozessbeginn zu versuchen.
Prozess in zwei Phasen
Das Verfahren beginnt mit einer Jury, die die Beweise prüft und ein nicht bindendes Gutachten zu den verbleibenden Ansprüchen abgibt.
Anschließend trifft ein Richter die endgültige Entscheidung sowohl über die Haftung als auch über mögliche Maßnahmen.
Damit liegt die endgültige Entscheidung beim Gericht — unabhängig vom Votum der Jury.
Von Mitgründern zu Konkurrenten
Der Fall verdeutlicht den Bruch in der Beziehung zwischen Musk und OpenAI, das er 2015 mitgegründet hatte.
Er verließ die Organisation 2018 und ist seitdem mit seinem eigenen Unternehmen xAI zu einem direkten Konkurrenten geworden.
Der Streit hat sich zu einem umfassenderen Konflikt über die Ausrichtung der KI-Branche entwickelt — insbesondere über das Gleichgewicht zwischen kommerziellen Interessen und ursprünglich sicherheitsorientierten Zielen.
Quellen: Fortune