Wladimir Putin hat lange ein Image der Stärke und Kontrolle gepflegt.
Offene Kritik ist im eigenen Land selten, doch jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich diese Wahrnehmung zu ändern beginnt.
Seltene Kritik kommt auf
Juri Balujewski, ehemaliger Chef des russischen Generalstabs und früherer stellvertretender Verteidigungsminister, hat den Ansatz von Präsident Wladimir Putin im Krieg offen kritisiert.
In einer Rede vor der Russischen Gesellschaftskammer warnte er, dass Unentschlossenheit und strategische Schwächen Risiken für die langfristige Stabilität des Landes darstellen könnten.
Laut seinen Äußerungen, die von O2 zitiert wurden, hat Moskau während des Konflikts nicht energisch genug auf ukrainische Angriffe reagiert.
Fragen zur Reaktion
Balujewski bezog sich auf Vorfälle im Jahr 2023, darunter gemeldete ukrainische Drohnenangriffe auf die Präsidentenresidenz in Moskau und AWACS-Flugzeuge.
„Wir haben die Zeiten, in denen wir über ‚rote Linien‘ diskutierten, sicherlich hinter uns gelassen. Heute werden diese Linien immer bedeutungsloser“, sagte er.
Seine Kommentare deuten darauf hin, dass frühere Abschreckungsstrategien in der aktuellen Kriegsphase nicht mehr wirksam sind.
Waffen und Realität
Der ehemalige Kommandeur sprach auch die russische Entwicklung fortschrittlicher Waffensysteme an, darunter Hyperschallsysteme.
„Wir hatten Waffen, von denen andere nicht einmal träumen konnten, und dennoch sind wir nicht sicherer“, sagte er und stellte die praktische Wirkung solcher Fähigkeiten infrage.
Er argumentierte, dass der Besitz fortschrittlicher Waffen nicht zu verbesserten nationalen Sicherheitsergebnissen geführt habe.
Forderung nach Handeln
Balujewski forderte ein entschlosseneres Vorgehen und äußerte Zweifel an Russlands Fähigkeit, einen langwierigen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten aufrechtzuerhalten.
„Wann werden wir wirklich anfangen zu kämpfen? Entweder wird Russland stark sein, oder es wird ganz aufhören zu existieren“, sagte er.
Bekannt dafür, zuvor präventive Nuklearoptionen in extremen Szenarien befürwortet zu haben, fordert er nun eine Neubewertung der aktuellen Militärstrategie Russlands.
Quellen: PAP, Äußerungen der Russischen Gesellschaftskammer, O2.