Jahrelang deuteten offizielle Zahlen auf Widerstandsfähigkeit hin.
Doch ein genauerer Blick auf die industrielle Aktivität offenbare eine andere Geschichte unter der Oberfläche, berichtet United24Media.
Signale von den Eisenbahnen
Die Daten zum russischen Eisenbahngüterverkehr offenbarten tiefere wirtschaftliche Probleme, ungeachtet der Behauptungen über Stabilität, so United24Media unter Berufung auf Ekonomichna Pravda.
Der Schienenverkehr, ein wichtiger Indikator für die industrielle Aktivität, zeige einen stetigen Rückgang des Gütertransports im ganzen Land.
Rückläufige Volumina
Die Frachtvolumina im Netz der Russischen Eisenbahnen (RZD) seien seit mehreren aufeinanderfolgenden Jahren gesunken.
Bis Ende 2025 sei das gesamte Frachtaufkommen um 13 % gegenüber 2021 zurückgegangen und habe den niedrigsten Stand seit 16 Jahren erreicht.
Der Abwärtstrend habe sich bis Anfang 2026 fortgesetzt.
Schlüsselindustrien betroffen
Wichtige Rohstoffe, die das Rückgrat der russischen Wirtschaft bildeten, hätten alle Rückgänge verzeichnet.
Kohlelieferungen seien seit Kriegsbeginn um rund 10 % zurückgegangen, während Öl- und Erdölströme unter dem Vorkriegsniveau blieben.
Der Transport von Metallen sei um mehr als 25 % gesunken, und auch bei Baumaterialien seien starke Rückgänge zu verzeichnen gewesen.
Finanzielle Belastung wächst
Der Abschwung betreffe auch den Eisenbahnbetreiber selbst.
Laut Ekonomichna Pravda habe die Verschuldung der RZD 3,3 Billionen Rubel überschritten, während die Gewinne von 50 Milliarden Rubel im Jahr 2024 auf lediglich 2,3 Milliarden im Jahr 2025 dramatisch eingebrochen seien.
Grenzen der Ost-Ausrichtung
Bemühungen, Exporte auf asiatische Märkte umzulenken, seien auf infrastrukturelle Engpässe gestoßen.
Die Eisenbahnkapazitäten in Richtung Osten blieben deutlich geringer als die früheren Exportrouten nach Westen, was Russlands Fähigkeit, verlorene europäische Märkte zu ersetzen, einschränke.
Krieg verschleiert Realität
Während offizielle BIP-Zahlen in den letzten Jahren Wachstum zeigten, sei dies laut Analysten größtenteils auf Militärausgaben zurückzuführen gewesen.
Bis Anfang 2026 sei die Wirtschaft in eine Kontraktion eingetreten, wobei das BIP in den negativen Bereich gefallen sei.
Breiterer wirtschaftlicher Druck
Die Daten deuteten auf eine breitere Verlangsamung in zivilen Industrien hin.
Steigende Schulden, verzögerte Zahlungen zwischen Unternehmen und eine nachlassende Nachfrage belasteten die Wirtschaft zusätzlich.
Beobachter sagten, die Zahlen unterstrichen wachsende Ungleichgewichte zwischen der Kriegsproduktion und dem Rest der Wirtschaft.
Quellen: United24Media, Ekonomichna Pravda