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Escobars Erbe lebt weiter: Wachsendes Flusspferdproblem in Kolumbien

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Ein kontroverses Wildtierproblem, das in Kolumbiens Vergangenheit wurzelt, könnte bald eine unerwartete Wendung nehmen. Ein Übersee-Vorschlag ist aufgetaucht, der das Schicksal einer wachsenden Flusspferdpopulation ändern könnte.

Einem Bericht der BBC zufolge hat Anant Ambani, Sohn des indischen Milliardärs Mukesh Ambani, angeboten, Flusspferde aufzunehmen, die von Tieren abstammen, die einst dem Drogenbaron Pablo Escobar gehörten. Die Tiere haben sich jahrzehntelang in freier Wildbahn vermehrt und sind zu einem großen Umweltproblem geworden.

Escobar brachte ursprünglich in den 1980er-Jahren eine kleine Anzahl exotischer Tierarten, darunter zwei Flusspferde, auf sein Privatgrundstück. Nach seinem Tod im Jahr 1993 wurden sie freigelassen und begannen, sich rasch zu vermehren.

Wachsende Population

Die BBC berichtet, dass sich die Herde entlang des Magdalena-Flusses erheblich ausgebreitet hat und in Kolumbiens warmer und feuchter Umgebung, die ihrem ursprünglichen afrikanischen Lebensraum sehr ähnelt, gut gedeiht.

Ohne natürliche Fressfeinde haben sich die Tiere in der gesamten Region ausgebreitet. Die Behörden haben trotz Bemühungen wie Sterilisation Schwierigkeiten, ihre Anzahl zu kontrollieren.

Kolumbien hat nun einen Plan zur Tötung von etwa 80 Flusspferden genehmigt, unter Verweis auf ökologische Schäden und Sicherheitsrisiken für die lokalen Gemeinschaften.

Rettungsvorschlag

Ambani hat vorgeschlagen, die Tiere nach Vantara, einem privaten Zoo in Gujarat, umzusiedeln. In einem öffentlich geteilten Brief erklärte die Leitung des Zoos, sie sei bereit, den Flusspferden „lebenslange Pflege“ zukommen zu lassen.

Die Nachricht fügte hinzu: „Im Mittelpunkt dieses Vorschlags steht Vantaras Überzeugung, dass jedes Leben zählt und dass wir eine gemeinsame Verantwortung haben, Leben wo immer möglich zu schützen.“

Kolumbianische Beamte haben laut der BBC noch nicht öffentlich auf das Angebot reagiert.

Umweltbedenken

Experten zufolge gelten die Flusspferde inzwischen als invasive Art, die Ökosysteme stört und einheimische Wildtiere verdrängt.

Die BBC merkt an, dass es auch Berichte über Angriffe auf lokale Fischergemeinschaften gegeben hat, was die Risiken durch die großen Tiere, die bis zu drei Tonnen wiegen können, unterstreicht.

Während eine Umsiedlung eine Alternative zur Tötung bieten könnte, bleiben Naturschützer bezüglich der besten Lösung gespalten.

Weiterer Kontext

Vantara, das Tausende von Tieren auf einem riesigen Gelände in Westindien beherbergt, stand zuvor von einigen Aktivisten wegen des Tierschutzes und der Umweltverträglichkeit in der Kritik.

Der Vorschlag verleiht Kolumbiens langjährigem Kampf mit dem Erbe Escobars eine neue Dimension, dessen Handlungen Jahrzehnte später immer noch Konsequenzen haben.

Die Behörden stehen nun vor einer komplexen Entscheidung, bei der Naturschutz, Sicherheit und ethische Überlegungen abgewogen werden müssen.

Quellen: BBC