Offenbar ist es dem russischen Führer sehr wichtig, eine vollständige Parade abzuhalten …
Nach Angaben der Partisanenbewegung Atesh zieht Russland still und leise seine besten Soldaten aus den aktiven Kämpfen ab.
In einem Beitrag auf Telegram berichtete Atesh, dass russische Kommandeure erfahrene Truppen direkt von wichtigen Schlachtfeldern abziehen, das Ziel jedoch nicht sei, sich neu zu formieren und eine neue taktische Offensive vorzubereiten.
Stattdessen werden die Truppen nach Moskau geschickt, um an der Siegestagsparade am 9. Mai teilzunehmen.
Fehlende Panzer
Die Feierlichkeiten zum 9. Mai bleiben für die russische Führung von großer Bedeutung. Doch in diesem Jahr wird das Spektakel auf dem Roten Platz ganz anders aussehen.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Moskauer Parade ihre üblichen Panzer nicht zeigen werde. Die Zuschauer werden lediglich marschierende Einheiten und Videobildschirme mit Kampfaufnahmen sehen.
Unterdessen haben mehrere Regionen außerhalb der Hauptstadt ihre Paraden vollständig abgesagt.
Behörden in Städten wie Sankt Petersburg und Krasnodar sagten Veranstaltungen aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen ab. Sie verwiesen auf anhaltende Sicherheitsherausforderungen.
Chaos in den Schützengräben
Dieser plötzliche Abzug kampfbereiter Truppen aus den russischen Reihen in der Ukraine hinterlässt eine gefährliche Lücke auf dem Schlachtfeld. Neu mobilisierte Rekruten und verwundete Soldaten treten an, um diese Lücke zu füllen.
Die Partisanengruppe behauptet, diese Rotation habe die Verteidigungslinien in den betroffenen Sektoren zerschlagen.
„Agenten von Atesh berichten, dass in Richtung Kostiantynivka … kampfbereite Soldaten massiv von der Front abgezogen werden“, erklärte die Gruppe.
Die Bewegung warnte, dass diese Situation „zu völligem Chaos führe“. Die Front werde nun von Truppen gehalten, die kaum kampffähig seien.
Massenangriffe
Nach dem Abzug der Veteranen dürften die russischen Schlachtfeldtaktiken eine brutale Wendung nehmen. Kommandeure setzen auf Menschenwellen, um den Mangel an Fähigkeiten auszugleichen.
Atesh berichtete von einem starken Anstieg der Verluste unter den verbleibenden Kräften. Die Zahl der Toten und Verwundeten steigt rapide an.
„Sie werfen Massen unvorbereiteter Soldaten in Angriffe, um den Mangel an Profis irgendwie auszugleichen“, so die Gruppe.
Es überrascht nicht, dass die Moral an der Front rapide sinkt. Soldaten seien Berichten zufolge wütend, dass zeremonielles Marschieren Vorrang vor ihrem Überleben habe.
Rechnet Putin mit einem Waffenstillstand?
Letzte Woche kündigte Wladimir Putin einen einseitigen Waffenstillstand für den 8. und 9. Mai an, begründet mit dem Tag des Sieges.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte später, Kiew habe keinen offiziellen Vorschlag aus Moskau erhalten.
Stattdessen verhängt die Ukraine einen eigenen Waffenstillstand, der mit dem Übergang vom 5. auf den 6. Mai beginnt.
In einer auf X veröffentlichten Erklärung sagte Selenskyj: „Wir glauben, dass menschliches Leben weit wertvoller ist als jede Jubiläums-‚Feier‘.“
Quellen: Atesh, Russisches Verteidigungsministerium, Telegram, United24Media
