Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Referendum erfolgreich sein wird.
Manchmal entwickelt sich eine lokale Frustration stillschweigend zu einer massiven politischen Bewegung.
Menschen versammeln sich, Plakate werden aufgestellt und eine radikale Idee wird zu einer rechtlichen Realität.
Dieser Wendepunkt ist nun für eine wichtige Region in Kanada erreicht worden.
Eine wichtige Schwelle überschritten
Eine Gruppe, die sich für den Austritt Albertas aus Kanada einsetzt, hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Die Organisatoren übergaben am Montag fast 302.000 Unterschriften an das Büro von Elections Alberta in Edmonton, wie die Associated Press berichtet.
Laut kanadischen Nachrichtenagenturen benötigte die Bürgerbewegung lediglich 178.000 Namen. Diese Schwelle genügt, um die Provinzregierung zu zwingen, über eine Abstimmung zur Unabhängigkeit nachzudenken.
Das bedeutet, dass ein wegweisendes Referendum bis Oktober auf einem landesweiten Stimmzettel erscheinen könnte.
Schwerwiegende Hürden stehen bevor
Ein Sieg bei einer Volksabstimmung würde die ölreiche Provinz nicht automatisch von Kanada lösen.
Ein Sieg würde lediglich formelle Verhandlungen mit der Bundesregierung erzwingen. Doch bevor es zu einer Abstimmung kommt, steht das Vorhaben vor ernsthaften rechtlichen Herausforderungen.
Später in dieser Woche wird ein Richter in Edmonton über eine Klage mehrerer First Nations aus Alberta entscheiden. Diese indigenen Gruppen argumentieren, dass eine politische Abspaltung ihre historischen Vertragsrechte verletzen würde.
Ein Blick auf die Zahlen
Nach Angaben der AP bestätigte Albertas Premierministerin Danielle Smith, dass sie den Referendumsprozess fortsetzen werde, falls die Unterschriften verifiziert werden. Dennoch hat sie öffentlich erklärt, dass sie einen Austritt aus dem Land ablehnt.
Smith kritisierte frühere Bundesregierungen oft dafür, die lokale Ölproduktion zu behindern. Bislang schweigen Premierminister Mark Carney und seine Regierung vollständig zu der Petition.
Daniel Béland ist Professor für Politikwissenschaft an der McGill University. Er sagte Nachrichtenagenturen, dass der separatistische Vorstoß mit historischen Missständen verbunden sei, er aber erwarte, dass jedes Referendum scheitern werde.
„Im Moment ist die Unterstützung für die Unabhängigkeit in Alberta eher gering“, sagte Béland. Er fügte hinzu, dass eine offizielle Verifizierung nach einer kürzlichen Datenpanne, an der eine separatistische Gruppe beteiligt war, entscheidend bleibe.
Quellen: Associated Press, kanadische Nachrichtenagenturen