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Vertrauen in die USA sinkt, während Europäer eine unabhängigere Rolle der EU unterstützen

EU, flag
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Fast drei Viertel der EU-Bürger sagen inzwischen, dass die Union einen unabhängigeren Kurs einschlagen sollte. Die Ergebnisse spiegeln die öffentliche Meinung wider, nicht die offizielle EU-Politik.

58 Prozent der befragten Europäer betrachten die Vereinigten Staaten nicht mehr als vertrauenswürdigen Partner. Die USA werden zwar weiterhin häufiger als jedes andere Land als Europas wichtigster Partner genannt, doch diese Unterstützung ist deutlich zurückgegangen.

31 Prozent bezeichnen Washington inzwischen als wertvollsten Verbündeten der EU, 20 Prozentpunkte weniger als 2024. Die Umfrage wurde zwischen September 2024 und März 2026 durchgeführt.

Die Zahlen wurden von der Bertelsmann Stiftung in einer Pressemitteilung vom 7. Mai veröffentlicht, in der die neuesten eupinions-Umfragedaten zusammengefasst werden.

Unabhängigkeit gewinnt an Unterstützung

Die Umfrage ergab zudem eine wachsende Unterstützung für eine autonomere Europäische Union. Laut der Pressemitteilung sagen nun 73 Prozent der EU-Bürger, die EU solle „ihren eigenen Weg gehen“, verglichen mit 63 Prozent im Jahr 2024.

Der Europatag, der am 9. Mai begangen wird, erinnert an die Schuman-Erklärung von 1950, einen Vorschlag des französischen Außenministers Robert Schuman, die französische und westdeutsche Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Behörde zu unterstellen.

Der Plan trug dazu bei, die Grundlagen für das zu schaffen, was später zur Europäischen Union wurde. Damit ist das Datum ein symbolischer Anlass für Debatten über Europas Zukunft.

Florian Kommer, Senior Expert for European Strategic Issues bei der Bertelsmann Stiftung, sagte:

„Die Botschaft im Vorfeld des diesjährigen Europatags ist unmissverständlich: Die Europäer wollen unabhängiger von den Vereinigten Staaten werden. Das Vertrauen ist erodiert, Amerikas Stellung als zentraler Partner Europas ist gesunken. Die Partnerschaft ist nicht irreparabel, doch unsere Daten weisen auf einen tieferen, strukturellen Riss in den transatlantischen Beziehungen hin. Die europäischen Bürger fordern mehr Unabhängigkeit, insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik. Politische Entscheidungsträger müssen diesen Ruf in konkrete politische Maßnahmen und echte Investitionen in Europas eigene Fähigkeiten umsetzen.“

Keine Hinwendung zu China

Die Umfrage deutet jedoch nicht darauf hin, dass sich die Europäer China als Ersatzpartner zuwenden. Die Bertelsmann Stiftung berichtet, dass die Skepsis gegenüber Peking weiterhin groß ist, während viele Befragte eine Verringerung von Abhängigkeiten unterstützen, selbst wenn dies mit wirtschaftlichen Kosten verbunden ist.

Unter den westlichen Verbündeten werden das Vereinigte Königreich und Kanada häufiger als wichtige Partner genannt. Auch die NATO genießt weiterhin breite Unterstützung: 63 Prozent der Befragten betrachten sie nach wie vor als zentral für Europas Sicherheit.

Brandon Bohrn, Senior Expert for Transatlantic Relations bei der Bertelsmann Stiftung, sagte:

„In diesem Zusammenhang geht der Aufbau eines stärkeren und eigenständigeren Europas Hand in Hand mit dem Ausbau seiner Partnerschaften, um größere Widerstandsfähigkeit und strategische Stabilität zu gewährleisten.“

Quellen: Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung, eupinions-Umfrage.