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Richter erklärt Todeskandidaten für nicht hinreichend zurechnungsfähig für eine Hinrichtung

John Richard Wood death row inmate penalty
South Carolina Department of Corrections

Ein Richter hat South Carolina vorerst daran gehindert, einen Gefangenen hinzurichten. Er stellte fest, dass dessen Schizophrenie ihn daran hindert zu verstehen, warum ihm die Todesstrafe droht. Wood steht weiterhin unter einem Todesurteil, doch die Entscheidung untersagt dem Bundesstaat, es zu vollstrecken, sofern nicht ein höheres Gericht sie aufhebt oder er später für hinreichend zurechnungsfähig befunden wird.

John Richard Wood, 59, sitzt seit mehr als zwei Jahrzehnten im Todestrakt wegen der Tötung des South-Carolina-Staatspolizisten Eric Nicholson im Jahr 2000.

Nach Angaben der South Carolina Daily Gazette entschied Richterin Grace Knie, dass Wood nicht hinreichend zurechnungsfähig ist, um hingerichtet zu werden, nachdem drei Experten für psychische Gesundheit zu demselben Schluss gekommen waren. Darunter waren ein Psychiater für die Staatsanwaltschaft und zwei Sachverständige für Woods Verteidigung.

Die Experten erklärten, Wood könne nicht rational mit seinen Anwälten kommunizieren oder seine Tat, sein Urteil und den Grund verstehen, aus dem der Bundesstaat seine Hinrichtung anstrebt.

Wahnvorstellungen angeführt

Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Gerichtsaussagen, Woods Schizophrenie habe eine wahnhafte Sicht auf seinen Fall und seine Strafe geprägt.

Wood glaubt, er sei unsterblich, sei im Todestrakt bereits „dreimal gestorben“ und würde wieder zum Leben erwachen, wenn er hingerichtet würde, wie aus den von der Zeitung beschriebenen Aussagen hervorgeht.

Er glaubt außerdem, South Carolinas Gouverneur Henry McMaster habe ihn bereits begnadigt.

Experten sagten, seine Wahnvorstellungen erstreckten sich auch auf die ursprüngliche Strafverfolgung. In Gerichtsaussagen wurde Wood als jemand beschrieben, der glaubte, Beamte hätten „versucht, ihm eine brutale Vergewaltigung anzuhängen“, und Personen im Gerichtssaal seien Agenten von „Beloved Kevin Rudolph“, einer Gottheit in seinem Glaubenssystem.

Prüfung durch den Bundesstaat

Wood wurde verurteilt, nachdem Nicholson im Dezember 2000 bei einer Verkehrskontrolle im Greenville County erschossen worden war.

Berichten der New York Post zufolge schoss Wood später auf ihn verfolgende Beamte, bevor er nach der Entführung eines Lastwagens festgenommen wurde.

Knies Entscheidung geht nun an den Obersten Gerichtshof von South Carolina, der die Feststellung zur Zurechnungsfähigkeit bestätigen oder aufheben kann.

Wood ist der erste Todeskandidat in South Carolina, der für nicht hinreichend zurechnungsfähig für eine Hinrichtung befunden wurde, seit der Bundesstaat im September 2024 nach einer 13-jährigen Pause wieder Hinrichtungen aufgenommen hat.

Seitdem wurden sieben Hinrichtungen vollstreckt, darunter drei durch ein Erschießungskommando, wie die South Carolina Daily Gazette berichtet.

Die Frage vor dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaates ist enger gefasst: ob South Carolina ihn hinrichten darf, während Experten sagen, dass er nicht rational verstehen kann, warum.

Quellen: South Carolina Daily Gazette, New York Post