Strafverfolgungsbehörden aus fünf verschiedenen Ländern auf beiden Seiten des Atlantiks waren Teil der Operation.
Strafverfolgungsbehörden haben gerade eine massive Schmuggelroute im Atlantik zerschlagen.
Unter der Federführung der spanischen Guardia Civil ist es einer Kooperation zwischen mehreren nationalen Strafverfolgungsbehörden und Europol gelungen, die sogenannte „Atlantische Kokainautobahn“ zu zerschlagen.
Europol berichtet, dass die Behörden zwischen Mitte und Ende April Schiffe verfolgten, die riesige Mengen illegaler Substanzen transportierten. Die Operation konzentrierte sich auf einen bestimmten Wasserabschnitt. Dieser liegt zwischen den spanischen Kanarischen Inseln und den portugiesischen Azoren, weit entfernt von typischen Küstenpatrouillen.
Die Ergebnisse waren beeindruckend. Laut Europol beschlagnahmten die Teams 11 Tonnen Kokain und 8,5 Tonnen Haschisch, verhafteten 54 Personen und stellten acht Boote sicher.
Versteckt in aller Öffentlichkeit
Schmuggler verließen sich früher auf riesige Handelshäfen in Europa, um ihre Waren an Land zu bringen. Dieser Ansatz wurde zu riskant, weshalb sie ihre gesamte Operation weit vor die Küste verlagerten, um der Entdeckung zu entgehen.
Europol berichtet, dass große Containerschiffe die Drogen nun in Lateinamerika aufnehmen, bevor sie tief in internationale Gewässer fahren. Auf offener See verladen die Besatzungen die Fracht auf Hochgeschwindigkeitsboote. Diese schnellen Schiffe können die rauen Meereswellen problemlos bewältigen.
Schließlich bringen kleinere Boote die Pakete zu ruhigen Stränden in Spanien und Portugal. Dieser dezentrale Ansatz macht das Fassen der Kriminellen äußerst schwierig. Er verteilt das Risiko über Tausende von Kilometern auf mehrere Schiffe und Besatzungen.
Eine internationale Anstrengung
Die Zerschlagung einer mehrstufigen Operation erfordert globale Teamarbeit. Behörden aus Italien, Portugal, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten unterstützten die spanische Polizei bei der Auflösung des Netzwerks.
Europol entsandte sogar einen spezialisierten Experten nach Spanien, um Schiffsdaten abzugleichen. Beamte überwachten die Boote, während sie sich über das Wasser bewegten. Die Echtzeitverfolgung machte den entscheidenden Unterschied.
„Unsere Arbeit beweist, dass selbst der Atlantik nicht groß genug ist, damit sich das organisierte Verbrechen verstecken kann, wenn die Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten“, erklärte Europols stellvertretender Exekutivdirektor für Operationen, Jean-Philippe Lecouffe.
Der Kampf geht weiter
Beamte bezeichnen diesen belebten Wasserabschnitt nun als Kokainautobahn. Die Kartelle werden zweifellos weiterhin versuchen, ihre Taktiken anzupassen, um einer Festnahme zu entgehen.
Doch auch die Behörden passen sich an. Europol plant, die bei dieser massiven Razzia gesammelten Informationen zu nutzen, um die undurchsichtigen Figuren aufzuspüren, die diese transatlantischen Fahrten finanzieren.
Weitere Verhaftungen werden voraussichtlich bald erfolgen. Der Ozean ist riesig, doch das Netz zieht sich sichtlich um die Kartelle zusammen.
Quellen: Europol