Drohnenzwischenfälle nahe Finnland sorgen für neue Sicherheitsbedenken — nun schickt die Ukraine Experten zur Stärkung der Drohnenabwehr.
Die Ukraine wird militärische Spezialisten nach Finnland entsenden, nachdem die Sorge über Drohnen zugenommen hat, die Anfang des Monats kurzzeitig in den finnischen Luftraum eingedrungen waren.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der mehrere baltische und nordische Staaten wegen des Krieges zwischen der Ukraine und Russland zunehmende Sicherheitsbedenken äußern.
Finnland sucht Unterstützung
Laut TVP World erklärte Finnlands Außenministerin Elina Valtonen, dass Kyjiw zugestimmt habe, eine Expertendelegation zur Stärkung der Drohnenabwehr nach Finnland zu schicken.
Nach Gesprächen mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha in Brüssel sagte Valtonen, die jüngsten Vorfälle würden sehr ernst genommen.
„Wir unterstützen die Ukraine bei ihrer Verteidigung, aber Drohnen, die auf finnisches Gebiet gelangen, sind ein ernstes Problem“, schrieb sie auf X.
Spannungen im Baltikum steigen
Finnland und mehrere baltische Staaten meldeten zuletzt Vorfälle, bei denen ukrainische Drohnen ihren Luftraum verletzten.
Behörden gehen davon aus, dass einige Drohnen durch russische Systeme der elektronischen Kriegsführung von ihren eigentlichen Zielen abgelenkt wurden.
Vergangene Woche sollen zwei ukrainische Drohnen nach Lettland abgedriftet sein und dort Öllager getroffen haben.
Politischer Druck wächst
Der Vorfall in Lettland löste schnell politischen Druck im Land aus.
Lettlands Verteidigungsminister Andris Sprūds trat nach Kritik am Umgang mit dem Drohnenvorfall zurück.
Ministerpräsidentin Evika Siliņa erklärte Berichten zufolge, dass die Anti-Drohnen-Systeme nicht schnell genug aktiviert worden seien.
Ukraine bietet Zusammenarbeit an
Nach Gesprächen mit lettischen Behörden erklärte Sybiha, Untersuchungen hätten ergeben, dass russische Eingriffe ukrainische Drohnen umgeleitet hätten.
Er sagte, die Ukraine sei bereit, enger mit Finnland und den baltischen Staaten zusammenzuarbeiten, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.
„Ich habe die Bereitschaft der Ukraine bekräftigt, gemeinsam mit den baltischen Staaten und Finnland daran zu arbeiten, solche Vorfälle zu verhindern“, schrieb Sybiha auf X.
Sicherheitsbedenken nehmen zu
Die Vorfälle zeigen, wie sich der Drohnenkrieg zunehmend auch auf Länder außerhalb des unmittelbaren Schlachtfelds auswirkt.
Während die Ukraine und Russland ihre Langstrecken-Drohnenoperationen intensivieren, geraten benachbarte NATO-Staaten zunehmend unter Druck, ihre Luftverteidigung und Überwachungssysteme auszubauen.
Vertreter der Region warnten, dass elektronische Kriegsführung und Drohnenabwehr weiterhin Risiken unbeabsichtigter grenzüberschreitender Vorfälle schaffen könnten.
Quellen: TVP World, Aussagen finnischer und ukrainischer Behörden