Der Präsident spielt erneut mit dem Gedanken, die US-Grenzen zu erweitern.
Washingtons zunehmend aggressive Haltung gegenüber Venezuela heizt neue Spekulationen darüber an, wie weit Donald Trump bereit ist, den amerikanischen Einfluss über seine Grenzen hinaus auszudehnen.
Monate nachdem US-gestützte Operationen Nicolás Maduro von der Macht entfernt hatten, hat sich die Diskussion in politischen Kreisen nun einer noch brisanteren Möglichkeit zugewandt: ob Trump Venezuela ernsthaft zu einem Teil der Vereinigten Staaten machen will.
Die Rede vom „51. Bundesstaat“ wird lauter
Der Moderator von *Fox News*, John Roberts, enthüllte diese Woche, dass Trump die Idee, Venezuela zum 51. Bundesstaat Amerikas zu machen, angeblich „ernsthaft in Erwägung ziehe“.
Die Äußerungen erfolgen nach Monaten dramatischer Entwicklungen in dem südamerikanischen Land, die auf eine US-Militäroperation Anfang dieses Jahres folgten, die zur Gefangennahme von Maduro und seiner Frau, Cilia Flores, führte.
Seitdem sind US-Beamte wiederholt nach Caracas gereist, während Washington seine Botschaft wiedereröffnete und Direktflüge zwischen den beiden Ländern wieder aufnahm.
Große US-Energieunternehmen drängen ebenfalls nach Venezuela, während das Weiße Haus umfangreiche Investitionen im Zusammenhang mit den massiven Ölreserven des Landes vorantreibt.
Trump lobt die Rolle der USA in Venezuela
Trump hat die amerikanische Intervention wiederholt als großen Erfolg dargestellt.
„Venezuela ist im Moment ein sehr glückliches Land. Sie waren unglücklich. Jetzt sind sie glücklich. Es wird gut geführt. Das Öl, das gefördert wird, ist enorm, das größte seit vielen Jahren. Und die großen Ölkonzerne gehen mit den größten, schönsten Bohranlagen hinein, die Sie je gesehen haben“, sagte Donald Trump in einem Interview mit *Full Measure*.
Der Präsident bezeichnete die Operation während einer Rede im Weißen Haus auch als „militärisches Genie“.
Rechtliche Fragen und militärische Bedenken
Trotz der politischen Rhetorik weisen Rechtsexperten darauf hin, dass Venezuela kein US-Bundesstaat werden kann, ohne die Zustimmung des Kongresses und Venezuelas selbst.
Es wachsen auch die Fragen bezüglich der militärischen Haltung Amerikas in der Region.
„Die einzige militärische Präsenz, die Sie in Venezuela sehen werden, sind unsere Marineinfanteristen als Botschaftswachen“, sagte Außenminister Marco Rubio während einer Anhörung vor dem Kongress Anfang dieses Jahres.
Trump hat jedoch wiederholt angedeutet, dass ein amerikanisches Militärengagement bei Bedarf weiter ausgedehnt werden könnte, um strategische Ölinfrastruktur zu schützen.
Berichte deuten darauf hin, dass die USA eine ihrer größten Marinepräsenzen in der Karibik seit Jahrzehnten aufgebaut haben.
Menschenrechtsgruppen schlagen Alarm
Internationale Organisationen und lateinamerikanische Menschenrechtsgruppen haben nervös auf die Situation reagiert.
Mehr als 40 Menschenrechtsorganisationen warnten Berichten zufolge, dass Bemühungen um einen demokratischen Übergang weder einseitige Maßnahmen noch den Bruch internationaler Normen rechtfertigen könnten.
Im Mittelpunkt der Debatte steht nun eine wachsende geopolitische Frage: ob Washington einen vorübergehenden politischen Übergang in Venezuela überwacht – oder die Grundlage für etwas weitaus Dauerhafteres legt.