Startseite Nachrichten Sohn der Kronprinzessin verliert letzten Kampf, um Gefängnis zu vermeiden

Sohn der Kronprinzessin verliert letzten Kampf, um Gefängnis zu vermeiden

Marius Borg Høiby
Foto: Kongehuset

Norwegens Oberster Gerichtshof hat entschieden, dass Marius Borg Høiby in Haft bleiben muss, und lehnte seinen jüngsten Versuch ab, die Untersuchungshaft unter elektronischer Überwachung statt im Gefängnis zu verbüßen.

Die Entscheidung markiert den dritten gescheiterten Einspruch des Sohnes von Kronprinzessin Mette-Marit, um der Untersuchungshaft bis zur Urteilsverkündung in seinem Aufsehen erregenden Strafverfahren zu entgehen, wie DR News berichtet.

Entscheidung des Obersten Gerichts

Laut TV 2 Norwegen wies das höchste Gericht des Landes Høibys Antrag ab, aus dem Gefängnis in den Hausarrest mit elektronischer Fußfessel verlegt zu werden.

Høiby hatte vorgeschlagen, die Haft auf einem Anwesen in der Nähe der Residenz des Kronprinzenpaares in Skaugum zu verbüßen.

Untere Gerichte hatten den Antrag bereits zweimal abgelehnt, bevor der Oberste Gerichtshof diese Entscheidungen bestätigte.

Der 28-Jährige befindet sich seit Anfang Februar in Untersuchungshaft.

Argumente der Verteidigung

Høibys Anwaltsteam argumentierte, dass die Haftbedingungen ihm erheblichen Stress bereiteten und seinen sozialen Kontakt einschränkten.

Die Verteidigung verwies auch auf Schwierigkeiten, denen Kronprinzessin Mette-Marit bei Besuchen ihres Sohnes im Gefängnis begegnete.

Die Kronprinzessin leidet an chronischer Lungenfibrose und ist in jüngster Zeit öffentlich mit Sauerstoffunterstützungsgeräten aufgetreten.

Laut Verteidigung erschwerte die schlechte Luftqualität im Gefängnisgebäude ihre Möglichkeit, regelmäßige Besuche abzustatten.

Schwere Vorwürfe

Høiby sieht sich insgesamt 40 Anklagepunkten gegenüber, darunter Vorwürfe der Vergewaltigung, häuslichen Gewalt und Körperverletzung.

Ein endgültiges Urteil in dem Fall wird am 15. Juni erwartet.

Er hat die schwerwiegendsten Anschuldigungen bestritten, aber mehrere Vergehen zugegeben, darunter die Verletzung eines Kontaktverbots, Geschwindigkeitsüberschreitungen und die Verursachung von Körperverletzung bei einem der mutmaßlichen Opfer.

Der Haftstreit geht weiter

Die Verteidigung hat argumentiert, dass Høiby eine Haftstrafe von etwa anderthalb Jahren erhalten sollte.

Die Staatsanwaltschaft hingegen fordert Berichten zufolge eine weitaus härtere Strafe von sieben Jahren und sieben Monaten.

Der Fall hat in Norwegen aufgrund von Høibys Verbindung zur Königsfamilie und der in den letzten Monaten zunehmenden öffentlichen Kontrolle des Kronprinzenhaushalts intensive Aufmerksamkeit erregt.

Quellen: DR News, TV 2 Norway