Wenn zwei der mächtigsten Autokraten der Welt zusammentreffen, blickt der Rest der Welt auf die politischen Nachbeben.
Ein wichtiges diplomatisches Gipfeltreffen in Asien ist soeben mit einer massiven Erklärung zu Ende gegangen, die sich direkt an die westliche Führung richtet.
Dieses hochrangige Bündnis verschwendet keine Zeit, seine Beschwerden kundzutun.
Washington im Visier
Der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping trafen sich kürzlich in der Großen Halle des Volkes in Peking, um eine umfassende gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen.
Der Veranstaltungsort war identisch mit dem, wo Xi in der vergangenen Woche US-Präsident Donald Trump empfangen hatte.
Das neue Dokument enthält scharfe Kritik an der amerikanischen Außenpolitik und zielt direkt auf Trumps Strategie ab.
Laut WP News wirft die Erklärung Washington vor, die globale Sicherheit zu destabilisieren und eine „hegemoniale“ Ordnung anzustreben.
Während der Gespräche feierten die Staatschefs ihre tiefe strategische Übereinstimmung.
Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, stellte Xi fest, dass die Welt einer „komplexen und instabilen Situation“ gegenüberstehe, in der „ein Trend des unilateralen Hegemonismus auf der globalen Bühne zunehme.“
Gesetz des Dschungels
Um dem westlichen Einfluss entgegenzuwirken, verlängerten die Nationen offiziell ihren Freundschaftsvertrag von 2001.
Eine gemeinsame Erklärung der Delegationen stellte fest, dass „Versuche mehrerer Länder, die Weltangelegenheiten allein zu regeln, gescheitert sind, doch die globale Situation wird immer komplexer, und es besteht die Gefahr einer Rückkehr zum ‚Gesetz des Dschungels‘.“
Ein wichtiger Streitpunkt ist Amerikas geplanter Raketenabwehrschild „Golden Dome“. Sowohl Moskau als auch Peking lehnen das Projekt vehement ab und erklären, es „stelle eine klare Bedrohung für die strategische Stabilität dar“, indem es das militärische Gleichgewicht störe.
Die Erklärung kritisierte auch die jüngsten Militärschläge der USA und Israels scharf. „Diese rechtswidrigen Handlungen untergraben die Stabilität im Nahen Osten“, hieß es in dem Dokument, das gleichzeitig eine sofortige Rückkehr zu diplomatischen Verhandlungen bezüglich Iran forderte.
Eine strenge Warnung
Das Dokument warf Washington ferner vor, nach dem Auslaufen des New-START-Vertrags eine unverantwortliche Rüstungskontrollpolitik zu betreiben.
Die Staatschefs äußerten tiefe Besorgnis über amerikanische Pläne zur Stationierung von Mittel- und Kurzstreckenraketen.
Über militärische Fragen hinaus weitete das Bündnis seine defensive Rhetorik auf Lateinamerika aus.
Die Erklärung besagte, dass beide Länder „gegen die Einmischung externer Kräfte in die inneren Angelegenheiten lateinamerikanischer und karibischer Länder unter jedem Vorwand“ stünden.
Während Peking offiziell Neutralität in der Ukraine beansprucht, sind die Wirtschaftsbeziehungen zu Moskau stärker denn je. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete, hob Putin Russlands Rolle als wichtiger Energielieferant hervor, wobei China als Hauptabnehmer seines Öls und Gases fungiere.
Quellen: WP News, Xinhua, dpa