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Uralter Kraterfund lässt Forscher das Leben auf der Erde neu bewerten

Stromatolites in Hamelin Pool, Shark Bay, Western Australia
Shutterstock

Forscher untersuchen weiterhin, wie extreme Umgebungen in ferner Vergangenheit biologisches Leben begünstigt haben könnten. Neue Erkenntnisse beeinflussen zudem die Diskussion darüber, wo ähnliche Bedingungen an anderen Orten im Sonnensystem untersucht werden könnten.

Ein Krater in Südkorea liefert Forschern ein nützliches Fallbeispiel dafür, wie Einschlagsorte zu warmen, mineralreichen Seenlandschaften werden können.

Die Ergebnisse, die in Communications Earth & Environment veröffentlicht wurden, könnten dabei helfen, künftige Suchen nach ähnlichen urzeitlichen Umgebungen außerhalb der Erde zu lenken.

Wissenschaftler, die den Hapcheon-Krater untersuchten, entdeckten laut Science News Stromatolithen – geschichtete Formationen, die durch mikrobielle Aktivität entstanden sind.

Hapcheon ist der einzige wissenschaftlich bestätigte Asteroidenkrater auf der koreanischen Halbinsel.

Proben stammten aus einem Bereich des Kraters

Stromatolithen sind wissenschaftlich bedeutsam, weil sie Hinweise auf mikrobielle Ökosysteme aus der frühen Erdgeschichte bewahren. Einige der ältesten bekannten Beispiele sind Milliarden Jahre alt.

In Hapcheon identifizierten die Forscher mehrere Stromatolithen im nordwestlichen Teil des Kraters. Jeder von ihnen maß etwa 10 bis 20 Zentimeter im Durchmesser.

Geochemische Untersuchungen zeigten Spuren des umliegenden Gesteins, Veränderungen durch heißes Wasser sowie Material, das mit dem Einschlag in Verbindung steht. Die inneren Schichten wiesen die deutlichsten hydrothermalen Merkmale auf.

Dr. Jaesoo Lim vom Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources, der die Studie leitete, sagte gegenüber Science News: „Dies ist der erste umfassende Nachweis dafür, dass Stromatolithen in hydrothermalen Seen entstehen könnten, die durch Asteroideneinschläge gebildet wurden.“

Er fügte hinzu: „Solche Umgebungen könnten günstige Bedingungen für frühe mikrobielle Ökosysteme geboten haben.“

Die Datierungsergebnisse waren nicht eindeutig

Das Einschlagsereignis von Hapcheon wird auf etwa 42.300 Jahre datiert. Damit ist es deutlich jünger als das Große Oxidationsereignis, das vor rund 2,4 Milliarden Jahren stattfand.

Die Forscher betrachten den Krater als modernes Analogon und nicht als direkten Beweis aus jener urzeitlichen Epoche. Er zeigt, wie warme Kraterseen lokale Lebensräume für sauerstoffproduzierende Mikroben geschaffen haben könnten.

Einige Radiokarbondatierungen unterschieden sich je nach Schicht. Laut Daily Mail könnte dies auf älteren Kohlenstoff zurückzuführen sein, der aus dem Wasser des Kraters und nahegelegenen Gesteinen aufgenommen wurde, wodurch manche Schichten älter erscheinen, als sie tatsächlich sind.

Der Daily Express zitierte Lim mit den Worten: „Durch Einschläge entstandene hydrothermale Seen könnten als lokale Lebensräume gedient haben, in denen sauerstoffproduzierende Mikroben gedeihen konnten.“

Die Studie weist zudem auf mögliche Suchgebiete auf dem Mars hin. Frühe Einschlagskrater auf dem Mars könnten einst Wasser, Wärme und Mineralreaktionen enthalten haben, die jenen in Hapcheon ähneln.

Das beweist nicht, dass es Leben auf dem Mars gab. Es deutet jedoch darauf hin, dass urzeitliche Kraterseen weiterhin sinnvolle Orte für Untersuchungen sind.

Quellen: Science News, Daily Express, Daily Mail, Communications Earth & Environment.