Die Zusammenarbeit fiel zufällig mit einem vom Kreml verhängten Verbot zusammen, was die Lage für die russischen Streitkräfte noch verschlimmerte.
Das Jahr 2026 hat eine Wende im Krieg in der Ukraine gebracht.
Anfang Mai veröffentlichte das Institute for the Study of War (ISW) eine Einschätzung der Gebietsgewinne und -verluste in der Ukraine.
Die Analyse zeigte, dass Putins Truppen im Januar 2026 Berichten zufolge vorrückten und 318 km² unter ihre Kontrolle brachten, doch im Februar sanken diese Fortschritte auf knapp unter 123 km².
Im März betrugen die russischen Vorstöße nur 23 km², und im April wendete sich das Blatt tatsächlich, als es der Ukraine gelang, den russischen Streitkräften etwa 116 km² wieder abzunehmen.
Hinzu kommen russische Verluste, die Berichten zufolge 35.000 pro Monat übersteigen, und es wird deutlich, dass die russischen Streitkräfte in der Ukraine Schwierigkeiten haben.
Tatsächlich hat die Ukraine nun so viel Schwung gewonnen, dass sie ein Novum im Verlauf des Krieges erreicht hat.
Was hat diesen Dynamikwechsel ausgelöst? Laut neu freigegebenen US-Geheimdienstinformationen war die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und SpaceX entscheidend.
Leere Bildschirme
Monatelang verließen sich Russlands Frontlinientruppen stark auf geschmuggelte Technologie, um ihre Bewegungen zu planen. Mithilfe von SpaceX-Starlink-Terminals, die über Schwarzmarktnetzwerke gekauft wurden, blieben russische Einheiten während entscheidender Operationen verbunden.
Doch diese digitale Lebensader verschwand plötzlich. Bloomberg berichtete am Freitag, dass ein neu freigegebener Bericht des US-Verteidigungsgeheimdienstes detailliert beschreibe, wie diese illegalen Geräte systematisch abgeschaltet wurden.
Die Auswirkungen auf Moskaus Streitkräfte waren unmittelbar und schwerwiegend. Ohne stabile Verbindungen hatten Kommandeure Schwierigkeiten, Aufklärungsmissionen und Drohnenangriffe zu koordinieren.
Laut der Geheimdiensteinschätzung habe dieser massive digitale Blackout den ukrainischen Streitkräften geholfen, vorzurücken. Kiew gelang es, Anfang dieses Jahres fast 400 Quadratkilometer Territorium zurückzuerobern.
An der Front überrascht
Das Durchgreifen erfolgte im Februar, als ukrainische Teams direkt mit SpaceX zusammenarbeiteten. Gemeinsam richteten sie geografische Beschränkungen ein, um den Betrieb nicht autorisierter Terminals in Kampfgebieten zu blockieren.
Besonders schädlich für das russische Militär waren die vom Kreml auferlegten Beschränkungen für die beliebte Messaging-App Telegram. Diese Beschränkungen lösten weitreichende Proteste unter den Truppen an der Front aus, die den Kreml warnten, dass Telegram eine entscheidende Rolle in der Gefechtsfeldkommunikation spiele. Dennoch setzte der Kreml die Beschränkungen durch.
Der gleichzeitige Verlust beider Werkzeuge führte zu weit verbreiteter Verwirrung. Ukrainische Militärquellen berichteten, dass der plötzliche Doppelschlag die russischen Kommandostrukturen vor Ort stark gestört habe.
Die Dynamik verändern
Trotz des Erfolgs betonen ukrainische Beamte, dass technologische Beschränkungen nicht der einzige Grund für ihre jüngsten Erfolge auf dem Schlachtfeld gewesen seien. Viele Faktoren spielten bei der erfolgreichen Gegenoffensive eine Rolle.
Kyiv Post zitierte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit den Worten, dass „die Operation im Süden … einen Monat vor der Entscheidung bezüglich Starlink begonnen habe.“
Dennoch schwächte die technische Blockade die gegnerischen Kräfte eindeutig. Digitalisierungsminister Mychajlo Fedorow bemerkte, dass die Kombination der Starlink-Beschränkungen mit Mittelstrecken-Kampfdrohnen dazu beigetragen habe, die Dynamik zugunsten der Ukraine zu verschieben.
Quellen: Institute for the Study of War, Bloomberg, Kyiv Post