Startseite Gesundheit Studie: Routinemäßiges Herzmedikament für Millionen Überlebende möglicherweise unnötig

Studie: Routinemäßiges Herzmedikament für Millionen Überlebende möglicherweise unnötig

Pills medication
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Laut dem Studienleiter stellen die Ergebnisse einen der bedeutendsten Fortschritte in der Herzinfarktbehandlung seit Jahrzehnten dar.

Die Genesung nach einem schwerwiegenden medizinischen Zwischenfall ist schwierig.

Jahrzehntelang haben Patienten blind auf standardmäßige tägliche Verschreibungen vertraut, um ihre Gesundheit zu schützen und zukünftige Notfälle zu verhindern.

Doch neue medizinische Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine weit verbreitete Maßnahme zur Genesung tatsächlich mehr schaden als nützen könnte.

Ein historischer Standard

Seit etwa 40 Jahren verschreiben Ärzte routinemäßig Betablocker an Patienten, die sich von einem Herzinfarkt erholen. Die Medikamente wurden entwickelt, um die Belastung des Herzens zu verringern, und sind weltweit zu einem festen Bestandteil der Herzrehabilitation geworden.

Doch die moderne Medizin hat sich seit der erstmaligen Formulierung dieser Leitlinien dramatisch verändert. Heute können Ärzte verstopfte Arterien schnell wieder öffnen, und Patienten erhalten regelmäßig eine Reihe anderer hochwirksamer Behandlungen.

Dieser Fortschritt warf die entscheidende Frage auf, ob diese etablierte Behandlung noch immer einen Nutzen bringt.

Um dies herauszufinden, starteten Forscher die REBOOT-Studie, bei der 8.505 Patienten in Spanien und Italien über fast vier Jahre hinweg beobachtet wurden. Das New England Journal of Medicine veröffentlichte die bemerkenswerten Ergebnisse, die zeigten, dass die Medikamente das Risiko für Tod oder erneute Herzinfarkte bei Patienten mit normaler Herzfunktion nicht senkten.

„REBOOT wird die klinische Praxis weltweit verändern“, sagt Studienleiter Borja Ibáñez in einem Pressebericht zur Studie, zitiert von ScienceDaily.

Er fügte hinzu: „Derzeit werden mehr als 80 Prozent der Patienten mit unkompliziertem Myokardinfarkt mit Betablockern entlassen. Die REBOOT-Ergebnisse stellen einen der bedeutendsten Fortschritte in der Herzinfarktbehandlung seit Jahrzehnten dar.“

Eine überraschende Gefahr

Während der fehlende Nutzen für viele klar war, zeigte eine eingehendere Analyse der Daten einen unerwarteten und besorgniserregenden Trend bei weiblichen Patienten. Eine im European Heart Journal veröffentlichte Substudie zeigte deutliche Unterschiede darin, wie Männer und Frauen auf die Behandlung reagierten.

Frauen mit normaler Herzfunktion, die Betablocker einnahmen, hatten tatsächlich ein höheres Risiko für Tod, Herzinsuffizienz oder einen weiteren Herzinfarkt. Tatsächlich stieg ihr absolutes Risiko, zu sterben oder erneut ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, im Vergleich zu Frauen, die keine Betablocker einnahmen, um 2,7 Prozentpunkte. Bei Männern zeigte sich dieser Anstieg nicht.

Ziel ist es nicht, Patienten dazu zu verängstigen, ihre Medikamente ohne Rücksprache mit einem Arzt abzusetzen. Stattdessen sehen Experten in den Ergebnissen einen Schritt hin zu einer stärker personalisierten Versorgung.

„Nach einem Herzinfarkt werden Patienten typischerweise mehrere Medikamente verschrieben, was die Therapietreue erschweren kann“, erklärt Dr. Ibáñez. Er weist darauf hin, dass die heutigen schnellen Behandlungen Komplikationen drastisch reduzieren, wodurch ältere Medikamente seltener erforderlich sind.