Antike Darstellungen und moderne Scans haben die Aufmerksamkeit auf einen umstrittenen Ort im Osten der Türkei gelenkt. Die Debatte bleibt ungelöst, da Glaube, Interpretation und Geologie in unterschiedliche Richtungen weisen.
Ein Detail auf einer Weltkarte aus dem Jahr 1587 hat das öffentliche Interesse an der Durupınar-Formation neu entfacht – einem bootförmigen Ort im Osten der Türkei, den einige Gruppen auf der Suche nach der Arche seit Langem mit Noahs Arche in Verbindung bringen.
Laut der Daily Mail erscheint die Darstellung auf einer riesigen illustrierten Karte des italienischen Kartografen Urbano Monte.
Die Karte, die heute im David Rumsey Map Center der Stanford University aufbewahrt wird, zeigt die Arche im Araratgebirge – jener Region, die mit der Sintflutgeschichte im Buch Genesis verbunden wird.
Die Beobachtung hat Aufmerksamkeit erregt, weil Durupınar etwa 29 Kilometer südlich des Berges Ararat liegt.
Befürworter der Arche-Theorie argumentieren, dass die Umrisse der Formation einem Schiff ähneln und grob den biblischen Maßen entsprechen, die häufig auf etwa 515 Fuß lang und 86 Fuß breit geschätzt werden.
Die Karte spiegelt eine alte Tradition wider
Montes Planisphäre entstand während des Zeitalters der Entdeckungen, als europäische Kartografen Geografie häufig mit Religion, Folklore und Berichten aus fernen Ländern vermischten.
Sein Werk wurde aus 60 Blättern zusammengesetzt und bildet eine kreisförmige Karte mit einem Durchmesser von beinahe drei Metern.
Im Gegensatz zu vielen Karten dieser Zeit steht die Arktis im Zentrum. Die Darstellung enthält Schiffe, Meereswesen, ferne Königreiche und biblische Szenen, was das Bild der Arche historisch interessant macht, jedoch keinen archäologischen Beweis darstellt.
Wie der Daily Express berichtete, kam die erneute Aufmerksamkeit auf, nachdem Nutzer im Internet Montes Zeichnung mit der Durupınar-Stätte verglichen hatten.
Einer der am weitesten verbreiteten Beiträge stammte von Jimmy Corsetti, einem Content-Ersteller, der für Diskussionen über Theorien zur frühen Geschichte bekannt ist. Er schrieb: „Der gleiche Ort wie die Durupınar-Stätte, praktisch exakt die gleiche Länge. Zufall?“
Sein Kommentar trug dazu bei, die Behauptung online zu verbreiten, lieferte jedoch keine wissenschaftlichen Beweise.
Der Ort bleibt umstritten
Die Durupınar-Formation wurde im 20. Jahrhundert weithin bekannt, nachdem Wetterereignisse und Erdbeben Berichten zufolge größere Teile ihrer Umrisse freigelegt hatten. Die Daily Mail schreibt, dass Forscher auf der Suche nach der Arche den Ort weiterhin mit modernen Scanverfahren untersuchen.
Die Gruppe Noah’s Ark Scans behauptet, Bodenradar habe unter der Oberfläche ausgerichtete Hohlräume und tunnelartige Strukturen entdeckt. Andrew Jones sagte gegenüber GB News:
„Interessant ist, dass diese Hohlräume unter der Erde in einer Linie verlaufen und nicht einfach zufällig sind. Auch diese Tunnel folgen einem Muster. Bodenradar ist lediglich eine Methode, mit Radar unter die Erdoberfläche zu schauen.“
Die Gruppe verwies zudem auf Infrarot-Thermografie als möglichen Hinweis auf eine vergrabene schiffsähnliche Struktur.
Viele Geologen bleiben jedoch skeptisch und argumentieren, dass Radar-Anomalien in geschichtetem Gestein und Sedimenten auf natürliche Weise entstehen können.
Eine Analyse aus dem Jahr 1996 von Lorence Collins und David Fasold beschrieb die Formation als natürlichen Ursprungs. Angeblich menschengemachte Merkmale wurden dabei durch geneigte Sedimentschichten und Mineralablagerungen wie Limonit und Magnetit erklärt.
Keine fachlich begutachtete archäologische Studie hat bestätigt, dass die Durupınar-Formation Noahs Arche enthält.
Quellen: David Rumsey Map Center der Stanford University, Daily Mail, Daily Express, GB News
