Startseite Nachrichten Russland diskutierte Plan zur Beeinflussung der armenischen Wahl durch die...

Russland diskutierte Plan zur Beeinflussung der armenischen Wahl durch die Rückführung von 100.000 Wählern

Russland diskutierte Plan zur Beeinflussung der armenischen Wahl durch die Rückführung von 100.000 Wählern
FotoField/shutterstock.com

Russland soll Berichten zufolge einen Plan diskutiert haben, armenische Wähler aus Russland vor den Wahlen nach Armenien zu transportieren, während die Spannungen wegen Armeniens engerer Beziehungen zur Europäischen Union zunehmen.

Russische Vertreter haben Berichten zufolge einen Plan erörtert, armenische Staatsbürger, die in Russland leben, zur Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen nach Armenien zurückzubringen.

Die Berichte erscheinen vor dem Hintergrund einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zwischen Moskau und dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan aufgrund Jerewans enger werdender Beziehungen zur Europäischen Union.

Angeblicher Wahlplan

Laut Digi24 unter Berufung auf Reuters diskutierten russische Vertreter, armenische Wähler aus Russland vor den für den 7. Juni angesetzten Parlamentswahlen nach Armenien zu transportieren.

Vier Quellen erklärten gegenüber Reuters, die Behörden hätten die Kosten für den Transport von rund 100.000 Wählern auf etwa 50 Millionen US-Dollar geschätzt.

Dem Bericht zufolge sollen russische Regionen Quoten erhalten haben, die festlegten, wie viele Einwohner armenischer Herkunft aus den jeweiligen Gebieten entsandt werden sollten.

Lokale Behörden seien Berichten zufolge aufgefordert worden, bis Mitte Mai über den Stand der Vorbereitungen zu berichten.

Paschinjan liegt vorn

Trotz der Berichte deuten aktuelle Umfragen darauf hin, dass Ministerpräsident Nikol Paschinjan weiterhin als Favorit gilt.

Nach von Reuters zitierten Zahlen liegt seine Partei Civil Contract bei rund 30 Prozent.

Sein wichtigster Herausforderer, der Unternehmer Samwel Karapetjan, und seine Bewegung Strong Armenia liegen mit etwa 6 Prozent deutlich zurück.

Reuters betonte, dass die Nachrichtenagentur nicht unabhängig überprüfen konnte, ob der mutmaßliche Plan tatsächlich umgesetzt wird oder ob er das Wahlergebnis wesentlich beeinflussen würde.

Wachsende Spannungen

Laut Digi24 haben sich die Beziehungen zwischen Moskau und Jerewan verschlechtert, da Armenien eine engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union anstrebt.

Russland hat Paschinjans westlich orientierte Politik kritisiert und Unterstützung für Karapetjan geäußert, gegen den derzeit in Armenien ermittelt wird.

Paschinjan erhielt zudem kürzlich öffentliche Unterstützung von US-Präsident Donald Trump im Vorfeld des Wahlkampfs.

Der Streit ist zu einem weiteren Brennpunkt in Armeniens sich wandelnder geopolitischer Ausrichtung geworden.

Einflusskampagne

Laut Reuters und The Insider richtete der Kreml Ende 2025 eine Struktur namens Direktion für strategische Zusammenarbeit und Partnerschaft ein, um Einflussoperationen in Armenien zu koordinieren.

Die Berichte behaupten zudem, dass das mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU verbundene Botnetzwerk Storm-1516 an Informationskampagnen gegen das Land beteiligt gewesen sei.

Gleichzeitig drohte Russland mit Einschränkungen bei Energielieferungen und blockierte vorübergehend die Einfuhr mehrerer armenischer Produkte, darunter Blumen, Gemüse, Erdbeeren und das Mineralwasser Jermuk.

Quellen: Digi24, Reuters, The Insider