Die Lage auf der Insel wird infolge der US-Blockade der Energieversorgung Kubas immer angespannter.
Wenn globale politische Spannungen ein Land in den Griff bekommen, wird das tägliche Überleben schnell zu einem riskanten Ratespiel.
Für Millionen von Menschen hängt ein Gang zum Supermarkt oder das Einschalten des Lichts vollständig von wechselnden internationalen Allianzen ab.
Nun eilt ein fragiles Netz globaler Lebensadern herbei, um die Lücke zu füllen, bevor alles vollständig im Dunkeln versinkt.
15.000 Tonnen Reis
Ein riesiges chinesisches Frachtschiff ist kürzlich in den Hafen von Havanna eingelaufen und hat damit eine massive US-Druckkampagne direkt herausgefordert.
Laut The Maritime Executive lieferte das Schiff 15.000 Tonnen Reis nach Kuba. Die Lieferung stellt lediglich die erste Welle eines zugesagten 60.000-Tonnen-Getreidepakets aus Peking dar.
Das Medium berichtete, dass das Schiff im April Qingdao verlassen, den Panamakanal durchquert und anschließend die Ortungssysteme deaktiviert habe, bevor es in Kuba eintraf. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel lobte die Ankunft in den sozialen Medien und bezeichnete die Lieferung als eine „edle Geste der Solidarität“.
Lebensmittelengpässe plagen die Insel seit Monaten. Laut kubanischen Beamten haben jüngste US-Maßnahmen die wichtigsten Versorgungsrouten des Landes systematisch abgeschnitten.
Washington hat kürzlich die Energieversorgung Havannas aus Venezuela eingeschränkt und Mexiko mit hohen Zöllen gedroht, um dessen Hilfslieferungen zu stoppen.
Die US-Regierung behauptet, diese Maßnahmen richteten sich gegen die kommunistische Führung und nicht gegen gewöhnliche Bürger. Amerikanische Beamte boten sogar ein humanitäres Hilfspaket im Wert von 100 Millionen US-Dollar an, das jedoch mit strengen Auflagen verbunden gewesen sei, da es die kubanische Regierung vollständig umgehen und stattdessen von unabhängigen Wohltätigkeitsorganisationen sowie der katholischen Kirche verteilt werden sollte.
Havanna lehnte das Hilfspaket kategorisch ab.
Die Stromversorgung aufrechterhalten
Eine Woche vor der Ankunft des chinesischen Schiffes lieferte ein mexikanisches Schiff Lebensmittel, Medikamente und Solarpaneele nach Kuba, wie United24Media berichtet.
Unterdessen entsendet eine christliche Wohltätigkeitsorganisation namens Sant’Egidio International mehrere Container mit medizinischen Hilfsgütern und Getreide aus Europa.
Dennoch argumentieren Kritiker, dass nur sehr wenig dieser Hilfe tatsächlich die durchschnittlichen kubanischen Bürger erreicht. Das Energienetz der Insel steht ebenfalls kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch. Derzeit deckt die lokale Produktion nur 40 Prozent des tatsächlichen Bedarfs des Landes ab.
Die Lage vor Ort bleibt äußerst angespannt, begleitet von häufigen Stromausfällen. Anfang dieses Monats löste die plötzliche Erschöpfung der Treibstoffreserven sogar seltene Straßenproteste in Havanna aus.
Auch die Hilfe anderer traditioneller Verbündeter ist ins Stocken geraten, darunter die Unterstützung durch einen sanktionierten russischen Öltanker, der nun im Mittelatlantik auf weitere Anweisungen wartet. Dennoch hat Moskau langfristige Unterstützung zugesagt, und die kubanische Führung unterstützt Russland weiterhin.
Quellen: The Maritime Executive, United24Media