Das Militär versuchte einst, tödliche Probleme auf dem Schlachtfeld mit ferngesteuerten Maschinen zu lösen. Die meisten scheiterten, doch ihre Konstruktionen offenbarten Ideen, die später zu zentralen Bestandteilen der unbemannten Kriegsführung wurden.
Die Geschichte der Kriegsroboter begann nicht mit künstlicher Intelligenz oder Autonomie. Sie begann mit einer einfacheren Frage: Könnte eine Maschine zuerst in die Gefahr geschickt werden?
Die ersten „Roboter“ auf dem Schlachtfeld entstanden, weil Soldaten Gelände überqueren mussten, das von Minen, Stacheldraht, Bunkern und Maschinengewehrfeuer geprägt war.
Nach heutigen Maßstäben ist die Bezeichnung „Roboter“ großzügig gewählt. Diese Geräte konnten weder Ziele beurteilen noch das Gelände lesen oder sich an veränderte Bedingungen anpassen, schreibt Historienet.
Es handelte sich um kabelgesteuerte Fahrzeuge, funkferngesteuerte Panzer oder vorprogrammierte Fluggeräte. Ihr Wert lag nicht in ihrer Intelligenz. Er lag in der Distanz.
Diese Distanz war entscheidend. Ein Soldat, der Sprengladungen zu einem Bunker trug, konnte erschossen werden, bevor er sein Ziel erreichte. Eine Maschine konnte ebenfalls versagen, hinterließ jedoch keine Familie.
Sprengstoff wurde zur mobilen Waffe
Einige der frühesten Versuche konzentrierten sich auf Sprengeinsätze. Frankreich testete während des Ersten Weltkriegs einen kleinen kettengetriebenen Sprengladungsträger, der das Niemandsland durchqueren und Lücken in feindlichen Drahtverhauen oder Verteidigungsanlagen sprengen sollte.
Die Idee war ehrgeizig, doch Schlamm, Krater und unzuverlässige Technik machten den Einsatz schwierig.
Deutschland ging später mit dem Goliath dasselbe Grundproblem an. Das Imperial War Museum beschreibt den Goliath als ein kleines ferngesteuertes Sprengfahrzeug, das je nach Version 60 oder 100 Kilogramm Sprengstoff transportierte.
Es sollte Bunker, Brücken oder gepanzerte Fahrzeuge angreifen, ohne Soldaten mit Sprengladungen nach vorn schicken zu müssen. Seine Schwächen waren auf einem zerstörten Schlachtfeld offensichtlich: Das Kabel konnte durchtrennt werden, das Fahrzeug war langsam, und Trümmer konnten es aufhalten.
Pilotenlose Fluggeräte brachten neue Risiken mit sich
Andere Ingenieure richteten ihren Blick nach oben. Großbritannien testete 1917 ein funkgesteuertes Flugzeug namens Aerial Target, berichtet Historienet.
Es war als Waffe gegen deutsche Luftschiffe oder Bodenziele gedacht, doch die Steuerungssysteme jener Zeit waren zu anfällig für einen zuverlässigen Kampfeinsatz.
Die Vereinigten Staaten verfolgten mit der Kettering Bug einen anderen Ansatz. Das National Museum of the U.S. Air Force weist darauf hin, dass das Fluggerät von einem Startwagen auf einer mobilen Schiene gestartet wurde und mit voreingestellten pneumatischen und elektrischen Steuerungen arbeitete, bevor es mit seiner Sprengladung ins Ziel stürzte.
Die Gefahr bestand nicht nur im technischen Versagen. Eine pilotenlose Flugbombe, die vom Kurs abkam, konnte das falsche Ziel treffen – einschließlich eigener Truppen. Diese Sorge trug dazu bei, dass sie nie im Kampf eingesetzt wurde.
Panzer boten ferngesteuerte Schlagkraft
Die Sowjetunion unternahm einen der ernsthaftesten frühen Versuche, gepanzerte Fahrzeuge in ferngesteuerte Waffensysteme zu verwandeln.
Tank Archives berichtet, dass die sowjetischen Arbeiten an sogenannten Teletanks 1929 begannen und sich später stark auf den leichten Panzer T-26 konzentrierten.
Diese Fahrzeuge wurden paarweise eingesetzt. Ein bemannter Kontrollpanzer blieb zurück, während der unbemannte Teletank vorrückte. Einige waren mit Flammenwerfern, Rauchgeräten, Maschinengewehren oder Sprengladungen ausgestattet.
Theoretisch konnten sie Minenfelder aufspüren, Befestigungen angreifen oder sich Positionen nähern, die für einen bemannten Panzer zu gefährlich waren.
In der Praxis offenbarte der Winterkrieg gegen Finnland die Schwächen des Konzepts: geringe Funkreichweite, Störungen, Wälder, Schnee und schwieriges Gelände.
Das Scheitern prägte die Zukunft
Keine dieser Maschinen veränderte die Kriegsführung zu ihrer Zeit grundlegend. Der französische Sprengladungsträger wurde von der Entwicklung des Panzers überschattet. Der Goliath war zu verwundbar. Die Kettering Bug kam nie zum Kampfeinsatz. Die sowjetischen Teletanks zeigten Potenzial, stellten jedoch Anforderungen, die die Funksysteme der 1930er Jahre nicht erfüllen konnten.
Ihre Bedeutung liegt darin, was sie erprobten. Sie bewiesen, dass Armeen bereits darüber nachdachten, den Bediener von der Waffe zu trennen, Maschinen in tödliche Räume zu schicken und Fernsteuerung einzusetzen, um die Gefährdung von Menschen zu verringern.
Deshalb sind diese primitiven Systeme von Bedeutung. Sie waren keine modernen Roboter, doch sie trieben die Kriegsführung in Richtung einer Zukunft, in der Maschinen aufklären, angreifen, explodieren, fliegen und fahren würden, ohne dass ein Mensch in ihnen sitzt.
Quellen: Historienet, Tank Archives, National Museum of the U.S. Air Force, Imperial War Museums