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Putin zieht eine Woche vor der wichtigen Wahl seinen Botschafter aus dem langjährigen Verbündeten zurück

Putin
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Der langjährige Verbündete orientiert sich nach Westen, und Putin scheint zunehmend unzufrieden.

Am 7. Juni werden die Armenier zu den Wahlurnen gehen. Während eine Wahl in Armenien normalerweise nicht viel internationale Aufmerksamkeit erregen würde, ist die Wahl 2026 anders.

Das kleine Land ist ein historischer Verbündeter Russlands, doch die Beziehungen haben sich in den letzten Jahren verschlechtert, insbesondere seit der Kreml Armenien im Bergkarabach-Konflikt mit Aserbaidschan nicht unterstützte.

Damals eroberte Aserbaidschan das abtrünnige Gebiet Bergkarabach erfolgreich zurück, wodurch sich Eriwan von den russischen Friedenstruppen völlig im Stich gelassen fühlte. Bis 2024 hatte Armenien seine Teilnahme am regionalen Sicherheitsbündnis Moskaus eingefroren.

Armenien wendet sich stattdessen dem Westen zu, und Putin ist über das Risiko, einen historischen Verbündeten zu verlieren, nicht begeistert.

Nach Moskau beordert

Berichten von Reuters und The Moscow Times zufolge gab das russische Außenministerium am Samstag bekannt, dass es seinen Botschafter in Armenien offiziell zurückberufen habe. Der plötzliche Schritt erfolgte als direkte Reaktion auf die wachsende Annäherung des Landes an Europa.

Moskau machte seinen Unmut in einer öffentlichen Erklärung deutlich. Der Kreml erklärte, dass Botschafter Sergei Kopyrkin zu Konsultationen nach Moskau beordert worden sei, weil Armenien einen Weg einschlage, der die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit aktiv untergrabe.

„Der russische Botschafter in der Republik Armenien, S. Kopyrkin, sei zu Konsultationen nach Moskau zurückberufen worden, um Schritte der armenischen Führung zur Annäherung an die Europäische Union zu besprechen, die somit die Zusammenarbeit innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion untergraben würden“, erklärte das Ministerium in einer offiziellen Stellungnahme.

Das Ukraine-Szenario

Die Entscheidung folgt auf scharfe Warnungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin während eines jüngsten Gipfeltreffens in Kasachstan. Er beschwor offen das von ihm als „ukrainisches Szenario“ bezeichnete Szenario, um das kleine Land von einem Kurswechsel abzuhalten.

Als Vergeltung für die Hinwendung zum Westen hat Moskau kürzlich den armenischen Handel ins Visier genommen. Im vergangenen Monat haben russische Inspektoren Importe armenischer Blumen, von Mineralwasser und verschiedener landwirtschaftlicher Produkte wegen angeblicher Gesundheitsverstöße blockiert.

Moskau drohte außerdem damit, einen Vertrag aus dem Jahr 2013 aufzuheben, der dem Land zollfreien Zugang zu russischem Gas und Öl gewährt.

Am Wochenende zeigte eine Umfrage, dass der prowestliche Premierminister Nikol Paschinjan das Rennen anführt. Seine Partei Zivilvertrag kommt unter den entschlossenen Wählern auf 65 Prozent Zustimmung.

Quellen: Reuters, The Moscow Times, Euronews, Ukrainska Pravda