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Wetterzyklus bedroht globale Ernten und landwirtschaftliche Produktion

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Das Wetter hat schon immer die Kosten der Lebensmittel auf unseren Tellern bestimmt.

Wenn die globalen Temperaturen sprunghaft ansteigen, kann eine plötzliche Verschiebung der Meeresströmungen Tausende von Kilometern entfernt eine Kettenreaktion auslösen, die sich in jedem Winkel der Erde auf die Lebensmittelpreise auswirkt, berichtet The Guardian.

Doppelter Preisschock

Haushalte, die bereits mit hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, sehen sich mit einer weiteren massiven finanziellen Belastung konfrontiert. Analysten warnen, dass ein Super-El-Niño-Wetterzyklus eine globale Lebensmittelpreiskrise auslösen könnte, die bis weit ins Jahr 2028 andauert.

Laut The Guardian hat der andauernde Iran-Krieg die globalen Lebensmittelpreise bereits auf ein Dreijahreshoch getrieben. Dies bedeutet, dass die Lieferketten nun gleichzeitig zwei große Schocks erleben.

Wissenschaftler der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) geben an, dass eine 63-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Pazifiktemperaturen dramatisch ansteigen werden. Diese Erwärmung wird voraussichtlich extreme Hitzewellen, intensive Überschwemmungen und schwere Stürme auslösen.

Klimaflation ist zurück

Die drohende Krise bereitet den Zentralbanken bereits ernsthafte Sorgen. Analysten von UniCredit warnten in einer Forschungsnotiz, dass „El Niño ‚Klimaflation‘ wieder auf die Tagesordnung setzt“, und merkten an, dass die jüngsten Hitzewellen zeigen, wie schnell sich die Klimagrundlage verschiebt.

Experten von Goldman Sachs prognostizieren, dass der Wetterzyklus einen massiven Anstieg der globalen Lebensmittelrohstoffpreise um 15,8 Prozent verursachen könnte. Sie warnen, dass sich die vollen Auswirkungen erst mit der Zeit entfalten werden und ihren Höhepunkt in der zweiten Jahreshälfte 2028 erreichen dürften.

Das extreme Wetter schädigt bereits weltweit die Ernten. Indien erlebt eine unglaublich trockene Monsunzeit, wobei einige Regionen nur 25 Prozent ihrer normalen Niederschlagsmenge erhalten. Diese Dürre bedroht wichtige globale Lieferungen von Weizen, Reis und Zuckerrohr.

Kein Spielraum für Fehler

Die Störung wird nicht alle gleichermaßen treffen. Analysten von UBS wiesen darauf hin, dass „El Niño die Landwirtschaft nicht einheitlich beeinflusst. Es verändert globale Niederschlags- und Temperaturmuster und schafft regionale Gewinner und Verlierer.“

Dennoch könnte der gesamte wirtschaftliche Schaden immens sein.

Ein Bericht des Klimarisikounternehmens Risilience schätzte, dass ein extremes Szenario 14,3 Prozent der globalen landwirtschaftlichen Produktion vernichten könnte, was die Weltwirtschaft 342 Milliarden Dollar kosten würde.

Wichtige Nutzpflanzen wie Kaffee, Kakao und Palmöl sind stark gefährdet. Risilience warnte, dass das Lebensmittelsystem in die zweite Jahreshälfte 2026 mit „wenig Spielraum für Fehler“ eintrete, was bedeutet, dass selbst geringfügige Ernteausfälle die Supermarktpreise in die Höhe treiben könnten.

Quellen: The Guardian, NOAA, UniCredit, Goldman Sachs, UBS, Risilience