Kriege reißen immer Menschen mit sich, die nie kämpfen wollten.
Wenn junge Männer über den Globus geschickt werden, um auf fremdem Boden zu bluten, hängt ihr Überleben oft von völlig Fremden ab. Eine stille Rettungsmission entfaltet sich gerade in Osteuropa.
Hinter der Betonmauer
Zwei junge Gefangene sitzen in einer sicheren Einrichtung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Sie sind weit weg von zu Hause und verängstigt. Die gefangenen Soldaten treten unter den Decknamen Paekgang und Ri Kang-un auf.
Ihre eigene Regierung schickte sie als Wegwerftruppen an die Front. Nun fordern die russischen Behörden aktiv ihre Rückführung.
Eine Rückkehr wäre ein Todesurteil. Laut einem Bericht von Daily NK sollen die beiden Männer bereits versucht haben, sich selbst zu verletzen. Sie wissen, dass ihre Familien zu Hause mit schweren Strafen rechnen müssen.
Eine verzweifelte Rettungsmission
Eine Gruppe südkoreanischer Zivilisten reiste kürzlich nach Kiew, um einzugreifen. Viele Mitglieder sind nordkoreanische Überläufer, die zuvor alles riskierten, um Freiheit zu finden.
Sie standen vor den Gefängnismauern und weinten um die gefangenen Soldaten. Eine Mutter in der Gruppe rief und flehte die jungen Männer an, am Leben zu bleiben.
Professor Kang Dong Wan beschrieb in einem Artikel für Daily NK die emotionale Szene. „Kang-un, Paekgang, bitte bleibt am Leben. Wir werden uns bald wiedersehen“, rief die Mutter.
Versprechen der Sicherheit
Die Gruppe brachte handschriftliche Briefe und finanzielle Unterstützung für die verängstigten Gefangenen. Noch wichtiger war, dass sie eine entscheidende Zusage direkt von der ukrainischen Regierung erhielten.
Beamte des örtlichen Kriegsgefangenen-Hauptquartiers gaben eine feste mündliche Zusage. Sie versprachen, die nordkoreanischen Kämpfer nicht zur Rückkehr in ihr Heimatland zu zwingen.
Die ukrainische Behörde lobte auch die besuchenden Überläufer. Regierungsvertreter teilten der Gruppe mit, dass sie „aufrichtig den Mut applaudierten, die Grenze zu überschreiten und die Freiheit zu erlangen“.
Einen neuen Weg ebnen
Die Rettungsbemühungen werden nun ausgeweitet. Die ukrainische Führung schlug vor, sich mit Überläuferorganisationen zusammenzuschließen, um ein bestehendes Kapitulationsprogramm namens „Ich will leben“-Projekt zu verbessern.
Unterdessen trifft sich die Delegation weiterhin mit Gesetzgebern und dem Roten Kreuz. Sie setzen alle Hebel in Bewegung, um diese beiden Männer in ein sicheres, demokratisches Land zu bringen.
Kang bemerkte, dass die Rettung dieser Soldaten eine Frage der grundlegenden Menschenwürde sei. Er hofft, ihre letztendliche Freiheit werde eine starke Botschaft an diejenigen senden, die noch unter autoritärer Herrschaft gefangen sind.
Quellen: Daily NK