Eine lange verworfene Theorie gewinnt zunehmend an Unterstützung, da Experten die mysteriösen Lichter neu bewerten, die seit 2022 von Piloten in großer Höhe beobachtet werden.
Seit mehreren Jahren beobachten Piloten aus den Cockpits von Flugzeugen in großer Höhe ein mysteriöses Licht.
Die Beobachtungen reichen bis ins Jahr 2022 zurück und haben lange Zeit Spekulationen ausgelöst, da das Licht sowohl Sonnenlicht reflektiert als auch starke Lichtblitze am Nachthimmel erzeugt.
Eine Erklärung, die sowohl von Piloten als auch von Experten lange Zeit zurückgewiesen wurde, rückt nun in den Mittelpunkt, berichtet DR.
Die neue Erklärung
Laut Benny Christen Grandahl von Scandinavian UFO Information werden die Beobachtungen durch Starlink-Satelliten verursacht.
Er weist darauf hin, dass Satelliten unter bestimmten Blickwinkeln optische Täuschungen hervorrufen können.
Seiner Ansicht nach können die Satelliten so dicht hintereinander fliegen, dass Piloten sie als ein einziges sich bewegendes Objekt wahrnehmen.
Zugleich betont er, dass Sonnenlicht Reflexionen erzeugen kann, die die Lichter blinken lassen und ihre Helligkeit verändern, berichtet DR.
Experten stimmen zu
Die Erklärung findet Unterstützung beim ehemaligen Kampfpiloten Søren Sørensen, der im Podcast Flyvende Tallerken des dänischen Rundfunks DR zu Gast ist.
Früher schloss er Satelliten als Erklärung für die Lichter aus, inzwischen betrachtet er die Sache jedoch anders. „Ich finde, diese Erklärung ist durchaus plausibel“, sagt er im Podcast.
Auch die Astrophysikerin Anja C. Andersen weist darauf hin, dass Satelliten bereits in der Vergangenheit für Verwirrung gesorgt haben. Als Beispiel nennt sie die früheren Iridium-Satelliten, die starke Lichtreflexionen erzeugten, die von der Erde aus sichtbar waren.
Für die Ursache der Beobachtungen gibt es zwar weiterhin keine endgültige Bestätigung, doch die Satellitentheorie gilt inzwischen als eine der wahrscheinlichsten Erklärungen, berichtet DR.
Könnten wir uns irren?
Die Diskussion um die mysteriösen Lichter zeigt zugleich, wie schwierig es sein kann, Beobachtungen aus dem Weltraum richtig zu interpretieren.
Während Piloten jahrelang versucht haben, die unerklärlichen Lichtblitze am Himmel zu verstehen, haben wir bereits darüber berichtet, dass Wissenschaftler auf einem anderen Gebiet vor dem gegenteiligen Problem warnen: Menschen könnten Hinweise auf Leben im Universum übersehen.
Mehreren Astrobiologen zufolge könnten die Grenzen heutiger Technologien und Analysemethoden dazu führen, dass Forscher biologische Spuren nicht erkennen, selbst wenn diese vorhanden sind.
Die Debatte wurde zusätzlich durch Untersuchungen des Mars befeuert, bei denen Wissenschaftler weiterhin darüber diskutieren, wie potenzielle Hinweise auf Leben am besten identifiziert werden können.
Quellen: DR, Flyvende Tallerken