Der Vorschlag des ehemaligen US-Präsidenten erhält Lob aus Russland.
Militärischer Druck, festgefahrene Diplomatie und konkurrierende Vorstellungen zur Beendigung des Krieges prägen weiterhin den Konflikt in der Ukraine.
Vor diesem Hintergrund nutzte Wladimir Putin einen hochrangigen Auftritt in St. Petersburg, um eine Botschaft zu übermitteln, die Zuversicht auf dem Schlachtfeld mit einem erneuten Aufruf zu Verhandlungen verband, basierend auf Vorschlägen, die zuvor mit Donald Trump besprochen wurden.
Der russische Staatschef betonte, seine Streitkräfte würden weiterhin Boden gewinnen, und argumentierte, dass eine Einigung möglich bleibe, wenn die Ukraine die von Moskau als notwendig bezeichneten Kompromisse akzeptiere.
Putin behauptet, Russland habe den Vorteil
Im Gespräch mit Redakteuren ausländischer Medien während Russlands jährlichem Wirtschaftsforum zeichnete Putin ein Bild stetigen militärischen Fortschritts.
„Die Offensive läuft täglich“, sagte er laut Reuters.
Nach Angaben des russischen Präsidenten kontrolliere Moskau nun die gesamte Region Luhansk sowie erhebliche Teile von Donezk und Saporischschja.
Russische Beamte haben wiederholt argumentiert, dass Entwicklungen auf dem Schlachtfeld ihre Verhandlungsposition stärkten, obwohl ukrainische Behörden und viele westliche Analysten Moskaus Einschätzung bestreiten und sagen, die russischen Fortschritte hätten sich in den letzten Monaten erheblich verlangsamt.
Putin räumte ein, dass ukrainische Drohneneinsätze eine wachsende Herausforderung blieben, und sagte, Russland werde seine Luftverteidigungssysteme weiter verbessern.
Trump-Gespräche wieder im Rampenlicht
Ein Großteil von Putins Argumentation konzentrierte sich auf Verhandlungen, die im vergangenen Jahr während eines Gipfeltreffens mit Donald Trump in Alaska stattfanden.
„Wir sind sicherlich bereit und willens, eine Einigung mit der Ukraine auf friedlichem Wege zu erzielen“, sagte Putin.
Er fügte hinzu: „Russland stimmt jenen Kompromissen zu, die wir in Anchorage besprochen haben. Die ukrainische Seite muss diesen Kompromissen ebenfalls zustimmen. Dann wird der Konflikt schnell zu einem natürlichen Ende kommen.“
Die Kommentare erfolgten, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj öffentlich zu direkten Gesprächen mit Putin aufrief und den Kremlchef drängte, sich persönlich an den Bemühungen zur Beendigung des Krieges zu beteiligen.
Trump sprach sich ebenfalls für ein Treffen der beiden Staatschefs aus.
Uneinigkeit über den Preis des Friedens
Trotz erneuter Verweise auf Diplomatie bleiben große Hindernisse bestehen.
Moskau besteht weiterhin darauf, dass die Ukraine territoriale Zugeständnisse in der Donbas-Region akzeptiere, eine Forderung, die Kiew wiederholt zurückgewiesen hat.
Ukrainische Beamte argumentieren, dass die Abtretung weiteren Territoriums das Land anfällig für zukünftige Angriffe machen und seine langfristige Sicherheit untergraben würde.
Selenskyj hat bekräftigt, dass Russland und nicht die Ukraine den Schlüssel zur Beendigung des Konflikts in der Hand halte, und angedeutet, dass wachsender wirtschaftlicher Druck innerhalb Russlands schließlich eine Neubewertung in Moskau erzwingen könnte.
Warnung vor Hyperschallwaffen
Putin nutzte die Veranstaltung auch, um Russlands militärische Fähigkeiten hervorzuheben.
Er sagte, das Land habe seine Hyperschallrakete Oreschnik noch nicht vollständig unter Kampfbedingungen eingesetzt und deutete an, dass weitere Entscheidungen bezüglich ihres zukünftigen Einsatzes noch geprüft würden.
Die Waffe, die Russland erstmals während des Krieges enthüllte, kann Atomsprengköpfe tragen und ist zu einem zentralen Element der strategischen Kommunikation des Kremls geworden.
Westliche Verteidigungsexperten haben einige von Moskaus Behauptungen über die Fähigkeiten der Rakete infrage gestellt, insbesondere die Behauptungen, sie könne nicht abgefangen werden.
Blick über 2030 hinaus
Fragen zu Putins eigener politischer Zukunft kamen während der Diskussion ebenfalls zur Sprache.
Die russische Verfassung würde es ihm ermöglichen, eine weitere Amtszeit anzustreben, wenn sein aktuelles Mandat im Jahr 2030 abläuft, was seine Amtszeit potenziell bis 2036 verlängern könnte.
Putin vermied es, sich zu einer zukünftigen Kandidatur zu äußern, und sagte, es sei zu früh, sich auf Wahlen zu konzentrieren, und argumentierte, dass Russlands unmittelbare Herausforderungen größere Aufmerksamkeit verdienten.
Vorerst blieb seine Botschaft auf den Krieg konzentriert: Militärischer Druck werde fortgesetzt, Verhandlungen blieben möglich, und Moskau glaube, dass die Bedingungen einer zukünftigen Einigung die Realitäten widerspiegeln sollten, die es auf dem Schlachtfeld sehe.