18 demokratische und 2 republikanische Bundesstaaten verklagen den Präsidenten und seine Teams.
Ein weiterer großer Rechtsstreit nimmt Gestalt an, der sich um eine der umstrittensten politischen Prioritäten von Donald Trump dreht.
Eine Koalition demokratischer Generalstaatsanwälte aus 19 Bundesstaaten und Washington, D.C. – darunter auch Generalstaatsanwälte aus den republikanisch geprägten Bundesstaaten Wisconsin und Nevada – hat eine Klage eingereicht. Sie werfen Bundesbehörden vor, die Kampagne des Präsidenten gegen Programme für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion, gemeinhin bekannt als DEI, unsachgemäß umzusetzen.
Der Fall stellt infrage, wie Bundesministerien begonnen haben, Vertragsanforderungen für Tausende von Organisationen, die Geschäfte mit der US-Regierung tätigen, neu zu formulieren.
Bundesstaaten fechten neue Vertragsregeln an
Laut Klageschrift haben mehr als zwei Dutzend Bundesbehörden damit begonnen, neue Formulierungen in Verträge aufzunehmen, die das verbieten, was die Regierung als diskriminierende DEI-Aktivitäten bezeichnet.
Vertreter der Bundesstaaten argumentieren, dass die Änderungen ohne angemessene Vorankündigung und ohne klare Definition des tatsächlich verbotenen Verhaltens eingeführt wurden.
Die in einem Bundesgericht in Baltimore eingereichte Klage behauptet, dass die Behörden die erforderlichen rechtlichen Verfahren nicht eingehalten haben, bevor sie die neuen Bestimmungen einführten.
Die an dem Fall beteiligten Beamten sagen, die Bundesregierung **habe** wichtige Schritte übersprungen, die Transparenz und öffentliche Beteiligung gewährleisten sollten.
Milliarden von Dollar potenziell betroffen
Der Streit hat erhebliche finanzielle Auswirkungen.
Landesbehörden arbeiten regelmäßig mit der Bundesregierung an einer Vielzahl von Programmen und Projekten zusammen. Schätzungen der Kläger zufolge könnte Trumps Durchführungsverordnung letztlich rund 640.000 Verträge und Unteraufträge betreffen, an denen landesweit mehr als 34.000 Auftragnehmer beteiligt sind.
Zusammen halten die beteiligten Bundesstaaten aktive Bundesvereinbarungen in Milliardenhöhe.
Die Generalstaatsanwälte argumentieren, dass die Unsicherheit bezüglich der neuen Regeln bei öffentlichen Behörden, Unternehmen und Organisationen, die versuchen, Bundesanforderungen zu erfüllen, Verwirrung stiften könnte.
Generalstaatsanwältin von Massachusetts kritisiert Einführung
Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Joy Campbell, eine der führenden Persönlichkeiten hinter der Klage, warf der Regierung vor, Unsicherheit statt Klarheit zu schaffen.
„Dies ist ein weiteres Beispiel für willkürliche Maßnahmen, die darauf abzielen, Verwirrung und Einschüchterung zu stiften, anstatt Menschen und Unternehmen – in diesem Fall Bundesauftragnehmern – klare Leitlinien zu geben“, erklärte Campbell in einer Stellungnahme.
Generalstaatsanwälte aus Bundesstaaten wie Kalifornien, Illinois und New Jersey schlossen sich der Klage an.
Weder das Weiße Haus noch das Justizministerium reagierten unmittelbar auf Anfragen zur Stellungnahme nach der Einreichung.
Breiterer Kampf um DEI-Richtlinien
Die Klage markiert das jüngste Kapitel in einer zunehmend hitzigen nationalen Debatte über Diversitätsinitiativen.
Befürworter von DEI-Programmen argumentieren, dass diese dazu beitragen, langjährige Barrieren für Frauen, ethnische Minderheiten, LGBTQ+-Personen und andere historisch unterrepräsentierte Gruppen abzubauen.
Kritiker, darunter Trump und viele Konservative, behaupten, dass solche Programme unfaire Vorteile schaffen und leistungsbasierte Einstellungs- und Beförderungsentscheidungen untergraben können.
Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump eine umfassende Anstrengung unternommen, DEI-Initiativen in der gesamten Bundesregierung und bei Organisationen, die Bundesmittel erhalten, zu eliminieren.
Weitere rechtliche Anfechtungen bereits im Gange
Bundesauftragnehmer sind nicht die einzigen Gruppen, die gegen die Politik der Regierung kämpfen.
Anfang dieses Jahres reichten Organisationen, die Universitätsdozenten und Minderheitsunternehmer vertreten, eine separate Klage ein, in der sie argumentieren, dass Trumps Durchführungsverordnung die Schutzbestimmungen des Ersten Verfassungszusatzes **verletze**.
Diese Gruppen streben eine einstweilige Verfügung an, die die Durchsetzung der Anordnung vorübergehend blockieren würde, während die Gerichte die umfassenderen verfassungsrechtlichen Fragen prüfen.
Ein weiterer Streitpunkt betrifft Trumps Entscheidung, eine jahrzehntealte Durchführungsverordnung aufzuheben, die Präsident Lyndon Johnson 1965 unterzeichnet hatte. Diese Anweisung verlangte von Bundesauftragnehmern, affirmative Maßnahmen zu ergreifen, um die Chancen für Frauen und Minderheitenarbeitnehmer zu erhöhen.
Da nun mehrere Klagen vor Gericht anhängig sind, könnten Richter letztlich entscheiden, ob die Bemühungen der Regierung, DEI-Programme abzubauen, wie geplant fortgesetzt werden können oder ob Bundesbehörden bei der Umsetzung der Anweisung des Präsidenten ihre rechtliche Befugnis überschritten haben.