Vertreter beider Parteien fordern die Regierung auf, ihre Pläne einzustellen.
Eine wachsende Zahl von Abgeordneten fordert die Trump-Regierung auf, Pläne zu überdenken, die afghanische Verbündete der Vereinigten Staaten in Drittländer schicken könnten, Tausende von Meilen entfernt von der Nation, die sie einst verteidigen halfen.
Mehr als 80 Mitglieder des Repräsentantenhauses, darunter Demokraten und mehrere Republikaner, haben einen Brief unterzeichnet, in dem sie Außenminister Marco Rubio auffordern, die Umsiedlungsoptionen für etwa 1.100 Afghanen, die derzeit in Katar festsitzen, zu überdenken, berichtet Reuters.
Viele dieser Personen arbeiteten während des zwei Jahrzehnte dauernden Krieges in Afghanistan an der Seite amerikanischer Streitkräfte und haben jahrelang auf eine dauerhafte Lösung gewartet.
Abgeordnete berufen sich auf moralische Verpflichtung
Befürworter des Briefes argumentieren, dass das Problem über die Einwanderungspolitik hinausgeht.
Viele der betroffenen Afghanen dienten während der US-Militäroperationen als Dolmetscher, Sicherheitspersonal, Auftragnehmer und Unterstützungspersonal, wobei sie sich und ihre Familien oft erheblichen Risiken aussetzten.
Der Abgeordnete Jason Crow aus Colorado, ein ehemaliger Army Ranger, der die Initiative anführte, betonte diesen Punkt in einer Erklärung.
„Es ist sowohl ein moralisches als auch ein nationales Sicherheitsgebot, dass unser Land sein Versprechen einhält und sich um diejenigen kümmert, die sich in Gefahr begeben haben, um uns zu schützen.“
Der Brief wurde nicht nur an Rubio, sondern auch an Heimatschutzminister Markwayne Mullin und Verteidigungsminister Pete Hegseth gesandt.
Bedenken hinsichtlich Umsiedlungen in Drittländer
Anfang dieses Jahres tauchten Berichte auf, wonach die Regierung geprüft hatte, einige Afghanen in die Demokratische Republik Kongo zu schicken, während ihr langfristiger Status ungeklärt blieb.
Die Fragen verdichteten sich, nachdem Rubio den Abgeordneten während Anhörungen im Kongress mitteilte, die Vereinigten Staaten sprächen mit „mehreren Ländern“ über die Aufnahme afghanischer Evakuierter.
Dieser Kommentar weckte Bedenken unter Abgeordneten, die befürchten, dass gefährdete Personen in instabilen Regionen landen könnten, weit entfernt von ihrem beabsichtigten Ziel.
Jüngste Diskussionen haben besondere Aufmerksamkeit erregt, da Kongo derzeit mit einem Ebola-Ausbruch neben anhaltenden Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat.
Politische Unterstützung hat sich verschoben
Jahrelang genossen Bemühungen, Afghanen zu unterstützen, die mit amerikanischen Streitkräften zusammengearbeitet hatten, breite Unterstützung von beiden großen politischen Parteien.
Dieser Konsens hat sich in den letzten Monaten abgeschwächt.
Trump erließ eine präsidiale Anordnung, die die Einreise afghanischer Flüchtlinge einschränkte, darunter einige, die zuvor US-Militäroperationen unterstützt hatten.
Unterdessen unterstützen mehrere Republikaner, die einst Programme wie die Special Immigrant Visa Initiative unterstützten, groß angelegte Umsiedlungsbemühungen weniger.
Das politische Klima rund um die afghanische Einwanderung hat sich ebenfalls verkompliziert, nachdem ein tödlicher Anschlag in Washington angeblich von einem afghanischen Einwanderer verübt wurde.
Regierungsvertreter haben Bedenken hinsichtlich der Überprüfungsverfahren geäußert, obwohl der Verdächtige Berichten zufolge während Trumps vorheriger Regierung Asyl erhalten hatte.
„An der Seite unserer Soldaten kämpfen“
Die Abgeordneten nutzten den Brief, um die Regierung daran zu erinnern, welche Rolle viele Afghanen während des Krieges spielten.
„Während unserer fast 20-jährigen Mission in Afghanistan unter vier Regierungen dienten afghanische Verbündete in wesentlichen Rollen zur Unterstützung der US-Operationen und kämpften an der Seite unserer Soldaten als Dolmetscher, Auftragnehmer und Sicherheitspersonal.“
Die Unterzeichner forderten die Beamten auf, Lösungen zu priorisieren, die sowohl sicher als auch praktisch sind und gleichzeitig die während des Konflikts gemachten Zusagen einzuhalten.
„Wir fordern die Priorisierung sicherer, stabiler und kostengünstiger Wege, die die nationalen Sicherheitsinteressen der USA wahren und unsere Verpflichtungen ehren.“
Fragen warten auf Antworten
Abgeordnete des Kongresses haben eine formelle Unterrichtung bis zum 24. Juni beantragt.
Zu den Themen, die sie behandelt wissen wollen, gehören der Stand der Verhandlungen mit potenziellen Aufnahmeländern, die rechtliche Grundlage für etwaige Zwangsumsiedlungspläne und ob Afghanen, die bereits eine umfassende Sicherheitsüberprüfung bestanden haben, noch in die Vereinigten Staaten aufgenommen werden könnten.
Für viele der in Katar Wartenden könnte das Ergebnis darüber entscheiden, ob jahrelange Unterstützung amerikanischer Truppen letztendlich zu Sicherheit führt – oder zu einer weiteren Periode der Ungewissheit.