Einheimische fanden die Besatzung nach dem Absturz zuerst.
Ein mächtiger russischer strategischer Bomber ist am Montag während einer Trainingsübung in Sibirien abgestürzt.
Der Überschall-Raketenbomber Tupolew Tu-22M3 stürzte laut der Nachrichtenagentur Interfax beim Landeanflug in der Region Irkutsk ab.
Videoaufnahmen in den sozialen Medien hielten den dramatischen Vorfall fest. Im Clip ist zu sehen, wie das massive Flugzeug mit der Nase voran zu Boden stürzt, bevor eine dichte Säule schwarzen Rauchs aus der Aufprallzone aufsteigt.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte umgehend das Überleben der Flugbesatzung.
„Die Besatzung katapultierte sich. Es besteht keine Gefahr für Leben oder Gesundheit der Piloten. Am Boden gab es keine Schäden. Das Flugzeug flog ohne Munition“, berichtete das Ministerium.
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Von Einheimischen gerettet
Anwohner im Bochanski-Bezirk waren die Ersten, die die abgestürzten Flieger in der Nähe des Dorfes Kamenka fanden. Der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobzew, teilte Details der Rettungsaktion auf seinem Telegram-Kanal mit.
„Nach vorläufigen Informationen konnte sich die Besatzung katapultieren. Sie wurde von Einheimischen lebend aufgefunden. Es gab weder Opfer noch Schäden. Mediziner betreuen die Besatzung bereits und sind bereit, sie bei Bedarf in das regionale Zentrum zu evakuieren“, schrieb Kobzew.
Unbestätigten Berichten zufolge ereignete sich der Einschlag nahe der Stadt Swirsk. Dieser Ort liegt etwa 50 Kilometer vom Luftwaffenstützpunkt Belaja entfernt, von dem das Flugzeug wahrscheinlich gestartet war.
Militärvertreter untersuchen nun die Absturzursache. Das Verteidigungsministerium erklärte: „Eine Kommission des Hauptkommandos der Luft- und Raumfahrtkräfte ist an der Absturzstelle tätig.“
Ein entscheidender Bestandteil
Das verlorene Flugzeug stellt eine Schlüsselkomponente der russischen strategischen Streitkräfte dar. Die Tu-22M3, bei der NATO als Backfire bekannt, dient als Langstrecken-Überschallbomber, der Atomwaffen tragen kann.
Diese schweren Bomber gehören zum luftgestützten Arm der russischen Nukleartriade. Das Militär setzt sie jedoch häufig zum Abschuss konventioneller Marschflugkörper und schwerer Bomben in aktiven Konflikten ein.
Der Vorfall wirft auch ein Licht auf die Verwundbarkeit der militärischen Infrastruktur der Region. Der nahegelegene Luftwaffenstützpunkt Belaja beherbergt das 220. Schwere Bomberfliegerregiment, das diese strategischen Flugzeuge betreibt.
Ebenjener Luftwaffenstützpunkt war im vergangenen Sommer eines von fünf russischen Luftwaffenzielen, die bei der groß angelegten ukrainischen Operation Spider Web angegriffen wurden.
