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Ungarns neue Amtszeitbegrenzung blockiert ehemaligen Premierminister vom Spitzenamt

Ungarns neue Amtszeitbegrenzung blockiert ehemaligen Premierminister vom Spitzenamt
Alexandros Michailidis / Shutterstock.com

Politische Macht über Jahrzehnte hinweg zu halten, kann eine Nation von Grund auf umgestalten.

Wenn die Führung wechselt, eilen die neuen Machthaber oft, die Regeln neu zu schreiben, damit keine einzelne Person die Regierung jemals wieder dominieren kann. Eine dramatische Abstimmung in Mitteleuropa hat diese Philosophie nun gesetzlich verankert, wie die Kyiv Post berichtet.

Regeländerung

Am Montag verabschiedete das ungarische Parlament eine umfassende Verfassungsänderung zur Umstrukturierung des Staates. Diese historische Entscheidung gestaltet die politische Landschaft des Landes dauerhaft neu.

Laut der Kyiv Post führt das neue Gesetz eine strenge maximale Amtszeitbegrenzung von acht Jahren für jeden ein, der als Premierminister dient. Die Obergrenze beschränkt Führungspersönlichkeiten auf nur zwei Amtszeiten.

Die neue Regelung hat eine unmittelbare und tiefgreifende Wirkung. Sie blockiert explizit den ehemaligen Premierminister Viktor Orbán von einer Rückkehr in das Spitzenamt.

Orbán führte die Nation 16 Jahre lang, bevor er die Macht verlor. Im April entmachtete Premierminister Péter Magyar den langjährigen Staatschef in einer wegweisenden Wahl.

Dominanz zurückdrängen

Magyars Partei sicherte sich bei dieser Abstimmung eine starke Zweidrittelmehrheit im Parlament. Diese dominante Position verleiht der neuen Regierung die rechtliche Durchsetzungskraft, die sie benötigt, um alte Systeme abzubauen.

Nun nutzen die Gesetzgeber diese Macht, um wichtige Gesetze rückgängig zu machen, die von Orbáns Fidesz-Partei hinterlassen wurden. Die jüngste Verfassungsänderung zielt auf mehr als nur Amtszeitbegrenzungen ab.

Laut der Kyiv Post besagt die Änderung, dass jeder, der die Rolle zuvor acht Jahre oder länger innehatte, „nicht zum Premierminister gewählt werden kann“. Die Regel erfasst alle Amtszeiten seit Mai 1990.

Den Staat zurückerobern

Die Änderungen ebnen auch den Weg für die Auflösung umstrittener staatlicher Institutionen. Das Parlament plant, das Amt für Souveränitätsschutz aufzulösen, eine Behörde, die unter der vorherigen Regierung eingerichtet wurde.

Kritiker argumentierten, das Amt habe Oppositionelle und unabhängige Journalisten ins Visier genommen. Die Behörde warf diesen Gruppen häufig vor, für ausländische Interessen zu arbeiten.

Darüber hinaus beansprucht der Staat die Kontrolle über wertvolle Vermögenswerte zurück. Die Regierung nimmt die Gründungsrechte für gemeinnützige Vermögensverwaltungsstiftungen zurück.

Die vorherige Regierung hatte massive Mengen an öffentlichem Vermögen in diese privaten Gruppen übertragen. Laut der Kyiv Post umfassten diese Übertragungen Staatsvermögen im Wert von Hunderten Milliarden Forint. Nun kehrt dieses Geld unter staatliche Aufsicht zurück.

Quellen: Kyiv Post