Startseite Krieg Putin will, dass der Westen die Oreschnik fürchtet – doch...

Putin will, dass der Westen die Oreschnik fürchtet – doch Berichten zufolge hat er nur noch eine einzige

Vladimir Putin, Oreshnik ballistic missile
photoibo / Shutterstock.com

Der russische Staatschef soll die Produktion zusätzlicher Raketen angeordnet haben – doch die Eile setzt die Qualitätskontrolle unter Druck.

Während eines nächtlichen Raketen- und Drohnenangriffs im Mai feuerten die Russen eine ballistische Oreschnik-Rakete auf Kiew ab – eine mächtige Waffe, die mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegen kann.

Ballistische Raketen sind schwer aufzuhalten, da sie mit hoher Geschwindigkeit auf ihre Ziele zurasen und den Luftverteidigungssystemen nur ein kurzes Zeitfenster zur Erkennung und Abwehr lassen.

Seit dem ersten bestätigten Einsatz der Oreschnik im Krieg hat der Kreml deren Fähigkeiten hervorgehoben und die Rakete genutzt, um weitere westliche Unterstützung für die Ukraine abzuschrecken.

Doch verfügt der Kreml tatsächlich über ein Arsenal an Oreschnik-Raketen? Nun, neuen Daten zufolge nicht wirklich.

Bestände gehen zur Neige

Tatsächlich soll Moskau laut einer neuen Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) fast keine modernen ballistischen Oreschnik-Raketen mehr besitzen.

Der Thinktank zitierte aktuelle Daten von Dallas Analytics, einem ukrainischen Geheimdienstunternehmen.

Hinter den Kulissen forderte der russische Staatschef Wladimir Putin persönlich sofort vier zusätzliche Raketen. Dieser Befehl erfolgte unmittelbar nach dem ersten Einsatz der Waffe gegen die Stadt Dnipro Ende 2024.

Russische Streitkräfte verbrauchten schnell drei dieser Waffen. Im Januar zielte eine Rakete auf die Region Lwiw, gefolgt von zwei Einschlägen nahe Kiew. Ein weiterer Start schlug vollständig fehl.

Aufgrund dieser schnellen Starts glauben Analysten, dass der Kreml aus dieser ursprünglichen Charge nur noch eine einsatzbereite Oreschnik besitzt. Der Bestand ist praktisch erschöpft.

Übereilt und ungenau

Dieses hektische Tempo hatte einen hohen Preis. Um die vom Kreml gesetzten Fristen einzuhalten, sollen die Hersteller kritische Qualitätskontrollen übersprungen haben, so eine Quelle innerhalb des russischen Verteidigungsministeriums.

Schlimmer noch: Dallas Analytics erhielt sensible russische Beschaffungsdokumente, die erhebliche Mängel aufzeigen. Die Rakete basiert auf einem alten sowjetischen Design. Ihr überholtes GU-503-Flugzeuggyroskop soll moderne Lenkfähigkeiten stark einschränken, da es die Hyperschallstabilisierung nicht angemessen bewältigen kann.

Bei Hyperschallgeschwindigkeiten kann selbst ein winziger Stabilisierungsfehler zu erheblichen Abweichungen führen. Die internen Dokumente legen nahe, dass diese Gyroskopprobleme dazu führen könnten, dass die Waffe Dutzende Kilometer vom Ziel abweicht.

Öffentlich wies Wladimir Putin alle Berichte über Fehlschläge zurück. Er erklärte, die Starts dienten lediglich Testzwecken. Dem russischen Staatschef zufolge flogen Drohnen in die Strukturen, um die Sprengköpfe zu untersuchen und alles millimetergenau zu berechnen.

Furchterregend, aber fehlerhaft

Auf dem Papier ist die Oreschnik eine furchterregende Waffe. Laut United24Media fliegt die nuklearfähige ballistische Rakete durch die Stratosphäre, was das Abfangen durch herkömmliche Luftverteidigungssysteme äußerst schwierig macht.

Sie trägt zudem mehrere Sprengköpfe, die sich während des Fluges trennen, um verschiedene Ziele zu treffen. Da diese Sprengköpfe nach der Trennung jedoch nicht unabhängig gelenkt werden, ist die Waffe vollständig auf ihre anfängliche Flugbahn angewiesen.

Dennoch arbeitet Moskau intensiv daran, die Reichweite dieses fehlerhaften Systems zu erweitern. Eine belarussische Überwachungsgruppe verfolgte kürzlich einen großen Militärzug, der Oreschnik-Komponenten zu einem Flugplatz nahe der Grenze transportierte.