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Experten verraten, welche Lebensmittel in den Kühlschrank gehören – und welche nicht

Lady looking into Refrigerator
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Lagerungsgewohnheiten können alles beeinflussen – von Geschmack und Konsistenz bis hin zu Frische und Lebensmittelabfällen. Mit steigenden Temperaturen werden viele alltägliche Küchenregeln weniger eindeutig, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Eine Flasche Rotwein, die neben dem Eisfach gekühlt wird, Tomaten, die auf der Arbeitsplatte nachreifen, und ein Laib Brot, der im Schrank aufbewahrt wird – solche kleinen Entscheidungen werden täglich in Haushalten auf der ganzen Welt getroffen.

Laut The Guardian gibt es nach Ansicht von Lebensmittelexperten keine allgemeingültige Regel dafür, was gekühlt werden sollte und was nicht. Die beste Lösung hängt oft von Temperatur, Reifegrad, Feuchtigkeitsgehalt und davon ab, wie schnell ein Produkt verbraucht wird.

Ein Beispiel ist Rotwein. Früher galt er als Getränk, das stets bei Zimmertemperatur serviert werden sollte. Heute werden leichtere Sorten jedoch zunehmend leicht gekühlt genossen. Der Weinexperte Tom Gilbey sagte der Zeitung: „Wir servieren Wein in diesem Land viel zu warm – insbesondere Rotwein.“

Laut Gilbey können Sorten wie Beaujolais und viele Pinot Noirs von einer kurzen Zeit im Kühlschrank profitieren. Dadurch werden fruchtige Aromen stärker hervorgehoben und das Trinkerlebnis wirkt erfrischender.

Nicht alles profitiert von Kälte

Viele Menschen gehen davon aus, dass Kühlung Lebensmittel automatisch in besserem Zustand hält. Tatsächlich verlieren einige Produkte bei niedrigen Temperaturen an Qualität.

Brot ist ein gutes Beispiel. Zwar kann die Lagerung im Kühlschrank das Schimmelwachstum verlangsamen, gleichzeitig beschleunigt sie jedoch das Altbackenwerden. Für die meisten Haushalte ist es besser, Brot im Schrank aufzubewahren oder es frisch einzufrieren.

Olivenöl ist ein weiteres Produkt, das oft unnötig im Kühlschrank landet. Yacine Amor, Gründer der Artisan Olive Oil Company, erklärte gegenüber The Guardian, dass wiederholtes Kühlen kaum Vorteile bringe und den Geschmack mit der Zeit beeinträchtigen könne. Wesentlich wichtiger sei der Schutz vor Wärme, Licht und Sauerstoff.

Auch Kaffeebohnen sind im Kühlschrank schlecht aufgehoben. Hannah Whitton von Craft House Coffee bezeichnet die Lagerung im Kühlschrank als „ein klares Nein von uns“ und erklärt, dass Kaffee sowohl Feuchtigkeit als auch Gerüche aus seiner Umgebung leicht aufnimmt.

Manche Lebensmittel halten gekühlt länger

Bei anderen Produkten sieht es anders aus. Die Kühlung kann die Haltbarkeit deutlich verlängern und das Risiko des Verderbens reduzieren, insbesondere nachdem die Verpackung geöffnet wurde.

Eier gehören zu den am häufigsten diskutierten Beispielen. Die Empfehlungen zur Lagerung unterscheiden sich von Land zu Land, da Produktions- und Lebensmittelsicherheitssysteme variieren. Experten weisen jedoch darauf hin, dass konstant kühle Temperaturen die Frische in der Regel besser erhalten – besonders in warmen Küchen.

Geöffnete Gläser mit Marmelade und Konfitüre profitieren ebenfalls von der Lagerung im Kühlschrank. Obwohl Zucker konservierend wirkt, können Krümel, Butterreste und wiederholter Gebrauch mit der Zeit das Schimmelwachstum fördern.

Natürliche Nussmuse, gemahlene Samen und empfindliche Öle wie Leinöl oder Hanföl sind nach dem Kontakt mit Luft ebenfalls anfälliger. Kühlere Lagerung kann helfen, die Oxidation zu verlangsamen und die Qualität länger zu erhalten.

Butter nimmt eine Zwischenstellung ein. Bei kühleren Raumtemperaturen kann eine kleine Menge in einer abgedeckten Butterdose aufbewahrt werden, damit sie streichfähig bleibt. Größere Mengen sollten hingegen gekühlt oder eingefroren werden.

Der Reifegrad ist oft entscheidend

Bei vielen Obst- und Gemüsesorten ist der richtige Zeitpunkt wichtiger als strenge Lagerungsregeln.

Tomaten entwickeln ihr bestes Aroma normalerweise außerhalb des Kühlschranks. Sind sie vollständig reif, kann Kühlung jedoch den Verderb verlangsamen und ihre Verwendbarkeit verlängern.

Dasselbe gilt für Avocados. Sie reifen bei Raumtemperatur besser nach und können anschließend gekühlt werden, wenn sie nicht sofort verzehrt werden sollen.

Bananen stellen einen weiteren interessanten Fall dar. Im Kühlschrank kann sich die Schale zwar dunkel verfärben, die Frucht im Inneren bleibt jedoch häufig vollkommen genießbar. Sehr reife Bananen lassen sich außerdem einfrieren und später für Smoothies, Backwaren oder Desserts verwenden.

Schokolade wird in der Regel am besten außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt. Der Chocolatier Paul A Young erklärte gegenüber The Guardian, dass Feuchtigkeit und starke Lebensmittelgerüche sowohl die Konsistenz als auch den Geschmack beeinträchtigen können. Eine kurze Kühlung bei heißem Wetter kann Festigkeit und Knackigkeit verbessern, von einer langfristigen Lagerung im Kühlschrank wird jedoch meist abgeraten.

Frische und Lebensmittelabfälle hängen eng zusammen

Die richtige Lagerung von Lebensmitteln dient nicht nur dem Geschmack. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verringerung unnötiger Lebensmittelabfälle.

Kartoffeln gehören zu den Lebensmitteln, die viele Haushalte nicht verbrauchen, bevor sie zu keimen beginnen. Die Lagerung im Kühlschrank kann diesen Prozess verlangsamen, auch wenn ein kühler, dunkler Schrank weiterhin eine praktische Alternative bleibt, wenn der Platz im Kühlschrank begrenzt ist.

Bei Würzsaucen und anderen Kondimenten gehen die Meinungen weiterhin auseinander. Produkte mit hohem Zucker- oder Essiggehalt können nach dem Öffnen eine Zeit lang auch außerhalb des Kühlschranks stabil bleiben. Kühlere Lagerung kann jedoch dazu beitragen, die Qualität länger zu erhalten, insbesondere wenn sie nur selten verwendet werden.

Die zentrale Botschaft lautet, dass der Kühlschrank ein Werkzeug und keine Universallösung ist. Niedrige Temperaturen können Frische bewahren und die Haltbarkeit verlängern, sie können aber auch Aromen abschwächen, Konsistenzen verändern und unerwünschte Feuchtigkeit einbringen.

Zu wissen, welche Lebensmittel von Kühlung profitieren und welche nicht, kann sowohl bei der Qualität als auch bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen einen spürbaren Unterschied machen.

Quelle: The Guardian