Seine Geschichte wurde von Entbehrungen, Ehrgeiz und einer gespaltenen Nation geprägt. Die Folgen reichten weit über eine einzige Präsidentschaft hinaus.
Der 16. Präsident der Vereinigten Staaten trat mit einem Hintergrund ins nationale Rampenlicht, der weit von den privilegierten Kreisen Washingtons entfernt war. Das Das Geschichtsportal Historienet beschreibt eine Kindheit, die von Armut, familiären Verlusten und harter Arbeit geprägt war, während Britannica festhält, dass seine formale Schulbildung insgesamt nur etwa ein Jahr umfasste.
In Illinois arbeitete er als Ladenangestellter, Postmeister und Landvermesser. Nachts brachte er sich selbst das Recht bei und legte damit den Grundstein für die Karriere, die ihn von lokalen Gerichtssälen in die Politik führte.
Sein Aufstieg war deshalb bedeutsam, weil er ihm ein öffentliches Image verlieh, mit dem nur wenige Rivalen konkurrieren konnten – das eines Selfmade-Manns, der die Möglichkeiten der jungen Republik zu verkörpern schien.
Ein Streitpunkt veränderte alles
Lincoln gehörte zunächst der Whig-Partei an, doch die Sklavereifrage ließ die alten politischen Bündnisse zerbrechen.
In den 1850er-Jahren schloss er sich den Republikanern an, deren zentrale Forderung darin bestand, die Ausbreitung der Sklaverei nach Westen zu verhindern.
Seine Debatten mit Senator Stephen A. Douglas im Jahr 1858 zogen in ganz Illinois große Menschenmengen an und wurden landesweit in Zeitungen nachgedruckt.
Douglas vertrat die Ansicht, dass die Siedler in jedem neuen Territorium selbst entscheiden sollten, ob Sklaverei erlaubt sein würde – eine Position, die als Volkssouveränität bekannt wurde.
Lincoln sah darin einen Weg, die Ausbreitung der Sklaverei fortzusetzen, ohne Verantwortung für deren Folgen übernehmen zu müssen.
Für ihn ging es nicht nur um lokale Selbstbestimmung, sondern um die Frage, ob die Vereinigten Staaten stabil bleiben konnten, während sich eine Institution ausweitete, die Millionen Menschen ihre Freiheit verweigerte.
Er verlor die Senatswahl, doch die Aufmerksamkeit machte ihn zu einem ernsthaften Präsidentschaftskandidaten. Als er 1860 die Wahl gewann, hatten sich bereits sieben Südstaaten vor seiner Amtseinführung von der Union abgespalten.
Der Krieg verlieh der Freiheit neue Bedeutung
Dann kam Fort Sumter. Als konföderierte Truppen im April 1861 das Feuer eröffneten, war Lincolns Aufgabe nicht länger theoretischer Natur. Er musste die Union mit Gewalt zusammenhalten und gleichzeitig Grenzstaaten, rivalisierende politische Lager und Generäle führen, die oft keine Siege errangen.
Am 1. Januar 1863 erließ er die Emanzipationsproklamation. Die National Archives dokumentieren deren Erklärung, dass versklavte Menschen in von Rebellen kontrollierten Gebieten „frei sind und fortan frei sein sollen“.
Die Anordnung beendete die Sklaverei nicht sofort überall, doch sie veränderte die Bedeutung des Konflikts grundlegend.
Zugleich ermöglichte sie es Schwarzen Soldaten, sich in wachsender Zahl den Streitkräften der Union anzuschließen, wodurch der Kampf gegen die Konföderation sowohl militärisch als auch moralisch an Gewicht gewann.
In Gettysburg ehrte Lincoln später im selben Jahr die Gefallenen und definierte zugleich den Zweck des Krieges neu. Die National Archives überliefern seinen Aufruf zu „einer neuen Geburt der Freiheit“. In einer bemerkenswert kurzen Rede verband er das Schlachtfeld mit dem Fortbestand einer Regierung des Volkes.
Der Sieg kam mit Trauer
Lincoln wurde 1864 wiedergewählt, während die Armeen der Union weiter vorrückten. Robert E. Lee kapitulierte im April 1865, womit der Krieg faktisch endete und die Frage aufwarf, wie der besiegte Süden wieder in die Union eingegliedert werden sollte.
Fünf Tage später erschoss John Wilkes Booth Lincoln im Ford’s Theatre in Washington, D.C. Lincoln starb am folgenden Morgen. Booth wurde zwölf Tage später in Virginia aufgespürt und getötet, nachdem Soldaten sein Versteck umstellt hatten.
Lincolns Vermächtnis blieb bestehen, weil der von ihm geführte Krieg mehr bewirkte als nur den Erhalt eines Landes. Er zwang die Vereinigten Staaten dazu, sich mit der Bedeutung von Freiheit und Selbstverwaltung auseinanderzusetzen, und hinterließ späteren Generationen einen Maßstab, an dem sie die Nation messen konnten.
Quellen: Historienet, Britannica, National Archives