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Unbezahlte Naturschutzarbeit hilft Schleiereulen bei der Erholung

Robert Salter barn owl
Screendump: Robert Salter the Owl Man / YouTube

Die Arbeit ist langwierig, saisonabhängig und bleibt meist unsichtbar. Doch in manchen ländlichen Regionen können kleine Veränderungen darüber entscheiden, ob junge Vögel überleben.

Robert Salter, ein 56-jähriger Maurer aus Camerton bei Hedon in East Yorkshire, England, widmet sich seit 35 Jahren der Unterstützung von Schleiereulen bei der Brut, berichtet The Daily Express. Sein Projekt basiert auf einem einfachen Hilfsmittel: Nistkästen.

Inzwischen betreut er mehr als 350 Nistkästen auf Bauernhöfen, Feldern und in ländlichen Gebäuden. Während der Brutzeit legt Salter seine bezahlte Arbeit als Maurer beiseite, um die Kästen zu kontrollieren, zu reparieren und die Jungvögel zu erfassen.

Der Verlust von Lebensräumen ist das größere Problem

Schleiereulen benötigen sichere Nistplätze und Flächen, auf denen kleine Säugetiere ausreichend Lebensraum finden. Nach Angaben der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) steht die Art durch den Verlust von Lebensräumen, den Rückgang der Beutetiere, Todesfälle im Straßenverkehr sowie das Verschwinden traditioneller Nistplätze wie alter Scheunen und hohler Bäume unter Druck.

Infolgedessen haben viele Eulen Schwierigkeiten, sowohl geeignete Brutplätze als auch ausreichend Nahrung zu finden, um ihren Nachwuchs erfolgreich aufzuziehen.

Dadurch werden künstliche Nistplätze wichtig, reichen allein jedoch nicht aus. Der Barn Owl Trust betont, dass für einen erfolgreichen Artenschutz auch geeignete Lebensräume und eine sorgfältige Überwachung erforderlich sind.

In East Yorkshire scheint Salters langjähriges Netzwerk einen spürbaren lokalen Beitrag zu leisten. Die Zeitung berichtet, dass er im vergangenen Jahr 364 junge Schleiereulen beringte, obwohl die Brutsaison in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs schwächer ausfiel.

Die Daten erzählen die Geschichte

Die Beringung von Vögeln dient nicht lediglich der lokalen Bestandserfassung. Nach Angaben des British Trust for Ornithology (BTO) sammelt das Beringungsprogramm Daten zu Überlebensraten, Bruterfolg, Wanderbewegungen und Lebensdauer und hilft Forschenden dabei, langfristige Veränderungen in Vogelpopulationen nachzuvollziehen.

Diese Informationen können zeigen, ob sich Arten ausbreiten, zurückgehen oder ihr Verbreitungsgebiet verändern, und liefern damit eine Grundlage für Naturschutzmaßnahmen.

Salter besitzt die erforderliche Genehmigung, um die von ihm kontrollierten Eulenküken zu beringen. Seine Frau Sue begleitet ihn häufig, unterstützt ihn bei der Ausrüstung und filmt seine Arbeit.

Das Ehepaar verfügt außerdem über einen Schleiereulenturm im eigenen Garten. Ein Brutpaar dort hat in dieser Saison bereits fünf Jungvögel hervorgebracht.

Die Arbeit bleibt unbezahlt

Die Tätigkeit ist körperlich anstrengend und wiederholt sich ständig. Sie umfasst Leitern, Besuche auf Bauernhöfen, Nachkontrollen und lange Arbeitstage während der arbeitsreichsten Zeit des Jahres.

Salter sagte gegenüber The Daily Express:

„Ich werde nicht dafür bezahlt, deshalb ist es wirklich eine Herzensangelegenheit.“

Der Barn Owl Trust erklärt, dass die Überwachung von Schleiereulen im Vereinigten Königreich von zahlreichen Einzelpersonen, Gruppen und Projekten abhängt, die jedes Jahr Tausende potenzielle Nistplätze kontrollieren. Salters Engagement ist ein Beispiel für diesen breiteren ehrenamtlichen Einsatz.

Der Barn Owl Trust bezeichnete das Jahr 2025 landesweit als „ziemlich schlecht“ für die Brut der Schleiereulen. Nach Angaben der Organisation lag die Zahl aktiver Nester etwa 25 Prozent unter dem Durchschnitt, zudem wurden kleinere Brutgrößen festgestellt.

Die besseren Ergebnisse in East Yorkshire zeigen, wie viel langfristiges lokales Engagement bewirken kann. Die größere Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Schleiereulen brauchen Nistplätze, beutereiche Graslandschaften, sicherere Straßen und Menschen, die bereit sind, die Nistkästen Jahr für Jahr zu kontrollieren.

Quellen: The Daily Express, The Barn Owl Trust, The British Trust for Ornithology, The Royal Society for the Protection of Birds