Der ehemalige Soldat zeichnet ein düsteres Bild des Alltags gewöhnlicher Truppen vor Ort.
Wenn eine große Organisation von innen heraus zu zerbrechen beginnt, kommen die ersten Warnzeichen meist von unten.
Männer in den Schützengräben sehen die Wahrheit zuerst. Und gerade jetzt deutet eine sehr öffentliche Drohung darauf hin, dass ein Bruchpunkt näher sein könnte, als irgendjemandem bewusst war.
Ein kühnes Ultimatum
Ein Mann, der sich als russischer Kriegsveteran ausgibt, hat soeben eine deutliche Warnung direkt an seine Regierung gerichtet.
Alexander Lunin behauptet, in der Ukraine gekämpft zu haben. Kürzlich nutzte er Instagram, um ein dramatisches Ultimatum zu stellen.
Die Moscow Times, zitiert von Onet, berichtet, dass seine Videobotschaft direkt an Präsident Wladimir Putin gerichtet war.
Lunin sagt, das Militär werde sich physisch gegen seine Führung wenden, wenn nicht bald Änderungen eintreten.
Gewalt in den Reihen
Der ehemalige Soldat zeichnet ein düsteres Bild des Alltags gewöhnlicher Truppen vor Ort. Es ist eine brutale Existenz.
Laut dem Telegram-Kanal „Mobilization. News“ ist Lunin ein ehemaliger freiwilliger Kämpfer, der es leid ist, seine Kameraden leiden zu sehen.
Er behauptet, Soldaten, die sich weigerten, „dummen, selbstmörderischen Befehlen“ zu folgen, würden schwer bestraft.
„Und am Ende werden sie einfach liquidiert oder gelten als spurlos verschwunden“, sagte Lunin in seiner Aufnahme.
Fordert das Rampenlicht
Er lässt seinem Ärger nicht nur stillschweigend freien Lauf. Lunin behauptet, er habe sich mit Sicherheitsdiensten getroffen, um formell ein persönliches Treffen mit dem russischen Führer zu beantragen.
Der Haken ist, dass er dieses Gespräch live in einer nationalen Fernsehübertragung stattfinden lassen möchte.
Er möchte, dass das ganze Land seine Geschichte hört.
Während der Sendung versprach er, „die ganze Wahrheit über das, was derzeit im Land geschieht“, zu enthüllen.
Eine tickende Uhr
Der Zeitplan für diese Forderungen bleibt eng.
„Die Konsequenzen werden sehr ernst sein. Wenn ich nicht bald in den Kreml eingeladen werde und nicht live an Ihrer Seite auftrete, wird die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten. Ich übermittle lediglich eine Botschaft“, sagte Lunin.
Dieses Video ging fast augenblicklich viral. Es erreichte in nur wenigen Stunden über zwei Millionen Aufrufe.
Warnung vor einer Meuterei
Dies ist nicht das erste Mal, dass der Veteran die Behörden kritisiert. Sein Ton ist jedoch merklich düsterer geworden.
Er warnte, dass „ein echtes Massaker beginnen werde“, falls seine Live-Übertragung verweigert werde. Lunin behauptet, er erhalte Drohungen.
Aus diesem Grund hat er eine klare Grenze bezüglich seiner Sicherheit gezogen.
„Wenn mir, meinen Lieben oder meiner Familie etwas zustößt, wird das ein Signal zum Handeln sein. Das ist kein Bluff“, erklärte der Militäroffizier.
Quellen: The Moscow Times, Onet,