Die Technologieplattform bestätigte die große Straßensperre am Freitag gegen 11 Uhr Ortszeit.
Manchmal ist ein einfacher Verkehrsstau lediglich ein Zeichen für schlechtes Wetter oder Reiseverkehr am Wochenende.
Doch wenn eine wichtige Autobahn plötzlich zum Stillstand kommt, beginnen die Menschen, Fragen zu stellen. Dies gilt insbesondere in der Nähe der Residenz eines Staatschefs.
Autobahn steht still
Augenzeugen berichteten dem russischen Nachrichtensender Ostorozhno, Novosti und Onet, dass die Autobahn M11 in der Region Twer vollständig gesperrt wurde. Fahrer fanden sich bald in einem wachsenden Verkehrsstau nahe dem Dorf Kolomno wieder.
Niemand schien genau zu wissen, was vor sich ging. Die Verkehrspolizei vor Ort weigerte sich, den Fahrern einen Grund für die plötzliche Straßensperrung zu nennen, so die Angaben der auf dem Asphalt festsitzenden Personen.
Die Menschen mussten einfach sitzen und warten.
Hinweise auf der Karte
Das Ausmaß des Problems wurde viel deutlicher, als man die Online-Verkehrsdaten betrachtete. Laut Google Maps erstreckt sich die Sperrung über massive 90 Kilometer der viel befahrenen Strecke.
Die Technologieplattform bestätigte die große Straßensperre am Freitag gegen 11 Uhr Ortszeit.
Zufällig oder absichtlich verläuft dieser gesperrte Abschnitt sehr nahe an der offiziellen Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Waldai.
Unterschiedliche Berichte online
Das unabhängige russische Medium The Agency berichtete, dass Google-Daten erwarteten, die Straße würde bis zum späten Nachmittag gesperrt bleiben.
Lokale Navigationsdienste wie Yandex Maps und 2Gis zeigen den Nutzern ein leicht abweichendes Bild. Sie führen die Strecke nicht als offiziell gesperrt auf. Dennoch bestätigen beide russischen Apps starke Verkehrsstaus in der Nähe von Kolomno und der Stadt Okulowka.
Diese beiden Orte stimmen perfekt mit den Start- und Endpunkten der von Google angezeigten weiträumigen Sperrung überein.
Angst vor Drohnenangriffen
Diese mysteriöse Sperrung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen in genau derselben Region aufgetaucht sind. Die Behörden scheinen in höchster Alarmbereitschaft zu sein.
Bereits Anfang Juni bemerkten Beobachter große Netze, die über Lastwagenparkplätzen im gesamten Bezirk Waldai installiert wurden. Ruslan Leviev, Gründer des Conflict Intelligence Teams, nannte einen klaren Grund für diese neue Verteidigungsausrüstung.
Er spekulierte, dass die Netze angebracht wurden, um zu verhindern, dass kleine Drohnen direkt von geparkten Lastwagen gestartet werden. Diese heimliche Taktik wurde zuvor während einer Operation namens Spiderweb eingesetzt, und Sicherheitskräfte versuchen möglicherweise, eine Wiederholung zu verhindern.
Quellen: Ostorozhno Novosti, Google Maps, The Agency, Yandex Maps, 2Gis, Conflict Intelligence Team