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Japan will mehr Touristen – doch die Einheimischen wollen Entlastung: Touristen sollten mehr bezahlen

Crowd of people with old red wooden temple and pagoda Kiyomizu-dera temple in Kyoto, Japan. This temple is one of the most popular tourist destinations in Kyoto Japan
Atiwat Witthayanurut / Shutterstock.com

Beliebte Reiseziele testen neue Wege, um den starken Besucherandrang zu bewältigen. Die Änderungen sollen dazu beitragen, Reparaturen zu finanzieren, das Verkehrssystem zu entlasten und kommunale Dienstleistungen zu unterstützen.

Japans Tourismusboom macht sich inzwischen im Alltag bemerkbar – in den Bussen von Kyoto, an den Eingängen von Burgen und in Städten, deren öffentliche Dienstleistungen deutlich mehr Menschen als gewöhnlich versorgen müssen.

Nach Angaben der Japan National Tourism Organization kamen im Jahr 2025 insgesamt 42.683.600 internationale Besucher nach Japan. Die Japan Tourism Agency bezifferte die Ausgaben ausländischer Touristen im vergangenen Jahr auf 9,5 Billionen Yen. Gleichzeitig steigen jedoch auch die Kosten für Städte, Museen und Kulturstätten.

Kyotos Busse zeigen die Belastung

Laut The Guardian erhöhte die Burg Himeji am 1. März den regulären Eintrittspreis auf 2.500 Yen. Einwohner von Himeji können die Burg gegen Vorlage eines Ausweises weiterhin für 1.000 Yen besuchen.

Die Behörden bezeichnen dies als Rabatt für Einheimische und nicht als Aufpreis für ausländische Besucher. Dieser Unterschied ist wichtig, da die Einwohner die öffentlichen Dienstleistungen mitfinanzieren und häufig mit dem Lärm, den Warteschlangen und den Instandhaltungsarbeiten leben, die der hohe Besucherandrang mit sich bringt.

Kyoto steht vor ähnlichen Herausforderungen. Einwohner beklagen, dass Busse, die sie für Besorgungen und den Arbeitsweg nutzen, mit Touristen überfüllt sind, die zu Tempeln, Einkaufsstraßen und beliebten Fotospots fahren.

Die Stadt prüft nun höhere Fahrpreise für Personen, die dort nicht ansässig sind – unabhängig davon, ob sie aus anderen Teilen Japans oder aus dem Ausland kommen.

Steuer und Eintrittspreise steigen

Japan erhöht außerdem ab dem 1. Juli 2026 seine internationale Ausreisesteuer auf 3.000 Yen. Die Abgabe gilt für alle Personen, die das Land per Flugzeug oder Schiff verlassen – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit.

Auch andere Einrichtungen gehen denselben Weg. Staatliche Museen und Galerien bereiten höhere Eintrittspreise für ausländische Touristen vor, während Junglia Okinawa für in Japan lebende Personen niedrigere Preise verlangt als für Besucher aus dem Ausland.

Dieses Modell ist bereits in mehreren Teilen Asiens verbreitet, darunter Indien, Kambodscha, Thailand, Indonesien und China. In Europa hat der Louvre in Paris die Eintrittspreise für Besucher aus Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) erhöht.

Für Japan besteht die Herausforderung darin, mehr Geld für Erhalt und Instandhaltung einzunehmen, ohne dass sich Gäste dadurch unerwünscht fühlen.

Wie ein Einwohner der Präfektur Nagano gegenüber The Guardian über höhere Preise in örtlichen Thermalbädern sagte:

„Es ist völlig in Ordnung, wenn andere bei ihrem Besuch mehr bezahlen.“

Quellen: The Guardian, Japan National Tourism Organization, Japan Tourism Agency