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Eurovision bekommt mit Kanada einen nordamerikanischen Akzent

Eurovision Song Contest 2026, Vienna
IgorGolovniov / Shutterstock.com

Der nördliche Nachbar der Vereinigten Staaten wird im kommenden Jahr sein Debüt beim Eurovision Song Contest geben, nachdem der nationale öffentlich-rechtliche Rundfunk des Landes die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Rundfunkunion (EBU) erhalten hat. Die Entscheidung stellt die größte Erweiterung des Wettbewerbs seit dem Beitritt Australiens im Jahr 2015 dar.

Kanada wird 2027 am Eurovision Song Contest teilnehmen. CBC/Radio-Canada wird den ersten offiziellen Beitrag des Landes nach Bulgarien entsenden.

Die Entscheidung folgt auf die Aufnahme des Senders als Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion am 25. Juni 2026, nachdem die EBU-Generalversammlung in Prag darüber abgestimmt hatte. Der Sender war seit 1950 assoziiertes Mitglied.

Die Vollmitgliedschaft verschafft CBC/Radio-Canada Zugang zu weiteren EBU-Diensten, darunter Eurovision-bezogene Austauschprogramme und Netzwerke des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie folgt zudem auf eine Überarbeitung der EBU-Regeln, die eine Mitgliedschaft für bestimmte Rundfunkanstalten außerhalb Europas ermöglicht.

Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contest, sagte:

„Wir freuen uns sehr, CBC in der ESC-Familie willkommen zu heißen. Das zeigt, dass der Wettbewerb zwar in Europa entstanden ist, aber weiterhin die Welt willkommen heißt.“

Die Vorstandsvorsitzende von CBC/Radio-Canada, Marie-Philippe Bouchard, sagte:

„Wir danken der Europäischen Rundfunkunion dafür, CBC/Radio-Canada als Vollmitglied willkommen zu heißen. Dieses neue Kapitel in unserer Beziehung zur EBU und ihren Mitgliedern wird unsere Zusammenarbeit in einer Zeit vertiefen, in der die gemeinsame Wirkung öffentlich-rechtlicher Medien von entscheidender Bedeutung ist.“

Eurovision erreicht ein größeres Publikum

Bulgarien wird den Wettbewerb 2027 ausrichten, nachdem das Land die Ausgabe 2026 gewonnen hat. Kanada hat bislang noch nicht bekannt gegeben, wie der erste Eurovision-Interpret oder -Beitrag des Landes ausgewählt werden soll.

Neben Kanada nehmen auch Israel und Australien teil, obwohl beide außerhalb Europas liegen, da die Teilnahme auf der EBU-Mitgliedschaft und nicht auf geografischen Kriterien basiert.

Nach Angaben von DR stellten Kanadier bei den diesjährigen Shows in Wien die größte Gruppe von Ticketkäufern aus Ländern außerhalb Europas.

Die EBU teilte mit, dass die Eurovision-Saison 2026 mehr als 2,75 Milliarden Aufrufe auf Social-Media-Plattformen erzielte und 132 Millionen Fernsehzuschauer in 35 erfassten TV-Märkten erreichte.

Dieses wachsende internationale Publikum bedeutet, dass Kanada nicht vor einem unbekannten Publikum antreten wird. Kanadische Künstler haben bereits ihre Spuren beim Eurovision Song Contest hinterlassen, obwohl das Land bislang nie offiziell teilgenommen hat.

Céline Dion gewann den Wettbewerb 1988 für die Schweiz, während die kanadische Sängerin Rykka 2016 die Schweiz vertrat.

Der Leiter der norwegischen Eurovision-Delegation, Mads Tørklep, sagte gegenüber NRK, Kanadas Teilnahme könne mehr Songwriter und Künstler aus Nordamerika anziehen. Der kanadische Kulturkommentator Julien S. Bourrelle erklärte gegenüber dem norwegischen Sender, Kanadas Verbindungen zu Europa umfassten unter anderem die französischsprachige Bevölkerung sowie die verfassungsrechtliche Bindung an König Charles.

Quellen: EBU, CBC/Radio-Canada, NRK, DR