Hochrangige iranische Regierungsvertreter traten bei der Trauerfeier für Ajatollah Ali Khamenei in Teheran öffentlich auf, während sich die antiamerikanische Rhetorik verschärfte und die Gespräche mit Washington vorübergehend ausgesetzt wurden.
Hochrangige iranische Regierungsvertreter versammelten sich am Sonntag in Teheran zu Trauergebeten für den verstorbenen Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei. Die Zeremonie war einer der öffentlichkeitswirksamsten Auftritte der iranischen Führung seit dem Krieg mit Israel.
Wie die Associated Press (AP) berichtet, nahmen Hunderttausende Trauernde an der Zeremonie teil. Dabei wurden auch Forderungen nach Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten und Präsident Donald Trump laut.
Die Führung zeigt sich wieder öffentlich
Irans Präsident Masoud Pezeshkian, Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf sowie hochrangige Vertreter der Revolutionsgarden nahmen gemeinsam mit mehreren Söhnen Khameneis an den Trauergebeten in der Großen Mosalla von Teheran teil.
AP zufolge leitete Ajatollah Jafar Sobhani die Trauergebete, während Irans neuer Oberster Führer, Ajatollah Mojtaba Khamenei, nicht öffentlich erschien. Berichten zufolge hält er sich verborgen, nachdem er bei dem Luftangriff, bei dem sein Vater getötet wurde, verletzt worden sein soll.
Das Treffen stellte einen deutlichen Kontrast zu den jüngsten Kämpfen dar, als hochrangige iranische Regierungsvertreter aus Sicherheitsgründen öffentliche Auftritte weitgehend vermieden.
Rufe nach Vergeltung
Reden und Sprechchöre während der Trauerfeier enthielten wiederholte Forderungen nach Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten und Israel.
Laut AP stimmte der Dichter Mohammad Rasouli, der die Zeremonie moderierte, Sprechchöre wie „Tod für Amerika!“ und „Tod für Israel!“ an, bevor er mit Blick auf Trump die Menge fragte: „Warum lebt der niederträchtigste Mann der Welt noch?“
Plakate und Graffiti rund um den Veranstaltungsort forderten ebenfalls den Tod Trumps und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, während einige Trauernde ihre Unterstützung für Vergeltung bekundeten.
Gespräche verschoben
Die Trauerfeierlichkeiten sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Khameneis Sarg soll durch mehrere iranische Städte gebracht werden, bevor er am Imam-Reza-Schrein in Maschhad beigesetzt wird.
AP berichtete, dass die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten über ein dauerhaftes Ende des Konflikts bis zum Ende der Trauerzeit verschoben wurden.
Iranische Vertreter werden zudem ihre Gespräche über die Sicherheit in der Straße von Hormus fortsetzen, einer strategisch wichtigen Schifffahrtsroute, die weiterhin im Mittelpunkt der regionalen Spannungen steht.
Quellen: Associated Press