Europa sollte sich jetzt vorbereiten, denn Deutschland warnt, dass Russland bis 2029 seine militärischen Fähigkeiten zurückgewinnen könnte, um die NATO zu bedrohen.
Europa sollte sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Russland in den kommenden Jahren seine militärischen Fähigkeiten wiederaufbauen könnte, sodass ein Angriff auf die NATO möglich wäre.
Diese Einschätzung stammt von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in einem Interview mit der deutschen Zeitung Bild, auf das sich WP Wiadomości bezieht.
Nach Angaben des Ministers gibt es keine Gewissheit, dass ein solcher Angriff stattfinden wird. Er ist jedoch der Ansicht, dass 2029 ein entscheidendes Jahr für Russlands militärische Fähigkeiten werden könnte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer weiteren Aufrüstung der NATO-Mitgliedstaaten.
Nach Angaben des Ministers wurden die deutschen Streitkräfte in den vergangenen Jahren erheblich gestärkt, auch wenn weiterhin Herausforderungen bestehen.
Ukraine im Fokus
Der Verteidigungsminister ist zudem der Ansicht, dass sich die Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld gegenüber früher verbessert hat.
Laut Bild sagt er, dass die Kämpfe seit einiger Zeit nur von geringen territorialen Veränderungen geprägt seien.
Er erklärt außerdem, dass Russland weiterhin einen hohen Preis in Form schwerer militärischer Verluste zahlt.
Gleichzeitig betont Pistorius, dass die Ukraine weiterhin finanzielle Unterstützung benötigt. Unter anderem nennt er zusätzliche Finanzhilfen, darunter auch über EU-bezogene Mechanismen.
Taurus-Position bleibt bestehen
Die Bundesregierung ändert ihre Haltung zu den Taurus-Marschflugkörpern jedoch nicht. Pistorius bekräftigt die Linie, die Bundeskanzler Friedrich Merz zuvor festgelegt hat.
„Ich glaube nicht, dass die Ukraine noch Taurus-Marschflugkörper benötigt“, sagte der Verteidigungsminister der Bild.
Diese Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl die Unterstützung der Ukraine als auch Europas langfristige Sicherheit weiterhin zentrale Themen unter den NATO-Mitgliedstaaten sind.
Die deutsche Einschätzung deutet darauf hin, dass das Bündnis auch in den kommenden Jahren die Notwendigkeit sieht, seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.
Warum 2029 wichtig ist
Pistorius verweist auf das Jahr 2029 auf Grundlage einer Einschätzung, wie lange Russland voraussichtlich benötigen wird, um seine Streitkräfte nach dem Krieg in der Ukraine wiederaufzubauen.
In dem Interview mit Bild betont der Bundesverteidigungsminister, dass es sich nicht um eine Vorhersage eines künftigen Angriffs handelt, sondern vielmehr um eine Einschätzung, wann Russland erneut über die militärischen Fähigkeiten verfügen könnte, das NATO-Gebiet zu bedrohen.
Nach Ansicht von Pistorius sollten die europäischen NATO-Mitgliedstaaten die kommenden Jahre nutzen, um ihre Verteidigung zu stärken und ihre Einsatzbereitschaft zu erhöhen, damit das Bündnis im Falle einer Verschlechterung der Sicherheitslage so gut wie möglich vorbereitet ist, berichtet die Kyiv Post.
Quellen: WP Wiadomości, Bild, Kyiv Post