Das Vertrauen in Amerika sinkt, während eine neue Umfrage eine wachsende politische Spaltung offenbart.
Die Vereinigten Staaten haben gerade ihr 250-jähriges Bestehen als Nation gefeiert, doch aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Feierlichkeiten in einer Zeit stattfinden, in der viele Bürger weniger Begeisterung für zentrale Aspekte des Landes empfinden als noch vor wenigen Jahren. Neue Daten weisen auf ein schwindendes Vertrauen in die amerikanische Demokratie, die nationale Geschichte und sogar das Militär hin, während sie eine zunehmend scharfe politische Spaltung hinsichtlich des Nationalstolzes offenbaren.
Eine neue Umfrage des Associated Press-NORC Center for Public Affairs Research zeigt, dass die Amerikaner seit 2017 merklich weniger stolz auf mehrere zentrale nationale Institutionen geworden sind.
Das Vertrauen in die Funktionsweise der amerikanischen Demokratie ist in diesem Zeitraum von 42 Prozent auf 28 Prozent gesunken. Auch der Stolz auf das Militär ist deutlich zurückgegangen, während die Wertschätzung für die Geschichte der Nation um 14 Prozentpunkte abgenommen hat.
Eine separate Umfrage von Gallup zeichnet ein ähnliches Bild. Ihren jüngsten Zahlen zufolge bezeichnen sich nur noch 53 Prozent der amerikanischen Erwachsenen als „extrem“ oder „sehr“ stolz, Amerikaner zu sein – der niedrigste Wert, seit Gallup diese Frage im Jahr 2001 erstmals erfasste.
Politische Spaltung prägt die Ergebnisse
Die politische Zugehörigkeit scheint der stärkste Prädiktor dafür zu sein, wie die Befragten antworteten.
Nur 14 Prozent der Demokraten gaben an, extrem stolz darauf zu sein, Amerikaner zu sein, verglichen mit 28 Prozent der Unabhängigen und 70 Prozent der Republikaner.
Die Unterstützung für das Militär folgte einem ähnlichen Muster. Etwa neun von zehn Republikanern äußerten großen Stolz auf die Streitkräfte, während die nationale Gesamtzahl bei etwa sechs von zehn Erwachsenen lag.
Die texanische Republikanerin Samantha Fulks räumte Vorbehalte gegenüber jüngsten außenpolitischen Entscheidungen ein, bekräftigte jedoch ihre Unterstützung für das Militär.
„Ich unterstütze unsere Truppen, egal was sie tun.“
Amerikaner uneins über die Gründe der Veränderungen
Die Befragten boten auch deutlich unterschiedliche Erklärungen für die aktuelle Richtung des Landes an.
Karla Galdamez, eine ehemalige Geschichtslehrerin aus Kalifornien, argumentierte, die letzten Jahre hätten einen Rückschlag dargestellt, obwohl sie glaube, dass die langfristige Entwicklung des Landes positiv bleibe.
„Trotz einiger sehr hässlicher Kapitel unserer Geschichte wie Segregation und Sklaverei haben wir, wenn man die Entwicklung der letzten 250 Jahre betrachtet, uns nur verbessert und uns zu einer egalitäreren Nation entwickelt.“
Andere legten weniger Wert auf Regierungspolitik und mehr auf das zunehmend polarisierte politische Klima.
Matt Stafford, ein Einwohner aus Massachusetts, sagte, seine größte Sorge sei die wachsende Spaltung zwischen den Amerikanern, wobei er argumentiere, dass sich beide Enden des politischen Spektrums immer weiter voneinander entfernten.
Identität variiert über Generationen hinweg
Die Forscher stellten auch deutliche Unterschiede zwischen Altersgruppen und politischen Zugehörigkeiten fest, als die Teilnehmer gefragt wurden, wie wichtig es für ihre Identität sei, Amerikaner zu sein.
Ältere Befragte und Republikaner beschrieben ihre Nationalität erheblich häufiger als jüngere Erwachsene und Demokraten als zentral für ihre Identität.
Auch Rasse und ethnische Zugehörigkeit spielten für viele Teilnehmer eine wichtige Rolle. Unter den befragten Schwarzen Amerikanern gaben 73 Prozent an, ihre Rasse sei „extrem“ oder „sehr“ wichtig für ihre Identität – mehr als diejenigen, die dieselbe Antwort bezüglich des Amerikanerseins gaben.
Die AP-NORC-Umfrage befragte zwischen dem 16. und 20. April 2.596 Erwachsene und wies eine Fehlermarge von plus/minus 2,6 Prozentpunkten auf.