Russische Wirtschaftsführer verlieren Berichten zufolge die Geduld mit dem Krieg in der Ukraine.
Reichtum und Macht halten in Krisenzeiten gewöhnlich zusammen. Wenn das Geld knapp wird, schwindet oft auch die Loyalität. Ein bedeutender Wandel erschüttert nun einen der mächtigsten inneren Kreise der Welt.
Risse im Kreis
Russische Wirtschaftsführer verlieren Berichten zufolge die Geduld mit dem Krieg in der Ukraine. Jahrelange schwere Finanzsanktionen haben landesweit enorme Vermögen vernichtet, was die Elite nach einer Ausstiegsstrategie suchen lässt.
Maksim Kalaschnikow ist ein russischer Kommentator, der diese politischen Verschiebungen verfolgt. Laut dem Daily Express sagte er, die wohlhabende Klasse betrachte den Präsidenten nun sehr anders.
Kalaschnikow bemerkte, dass die herrschende Gruppe die oberste Führung als „toxische Figur“ und „Belastung“ betrachte. Er fügte hinzu, dass diese Milliardäre den Konflikt unbedingt beenden und zu den „guten alten Zeiten“ zurückkehren wollten.
Eine wütende Radioschelte
Wladimir Solowjow ist ein prominenter Kreml-Propagandist. Er nutzte kürzlich seine Radiosendung, um diese frustrierten Wirtschaftsvertreter anzugreifen.
Während einer kürzlichen Sendung behauptete der wütende Moderator, dass sich in sicheren Büros versteckende Beamte um Verhandlungen bettelten, um die Zukunft ihrer Kinder zu retten.
„Was für eine verdammte Zukunft? Was für eine Zukunft haben Sie, Sie erbärmlichen Händler-Schweine? Verstehen Sie nicht, dass Sie niemand im Westen haben will?“, fragte Solowjow.
Der Moderator fragte sogar, ob diese Eliten einen militärischen Umsturz planten, ähnlich den Ereignissen in Chile im Jahr 1973. Er forderte, dass die Strafverfolgungsbehörden die wohlhabenden Überläufer sehr hart behandeln sollten.
Die Bankchefin ins Visier nehmen
Der Radiomoderator richtete seinen Zorn dann auf Elwira Nabiullina. Sie leitet derzeit die Zentralbank Russlands.
Moskau verbraucht enorme Mengen an Bargeld, um die Militärkampagne zu finanzieren. Die Zentralbank schätzt, dass die nationale Auslandsverschuldung im Jahr 2025 319,8 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Solowjow warf Nabiullina vor, die militärischen Finanzierungsbedürfnisse völlig zu ignorieren. Er beklagte, dass sie so tue, als ob das massive Finanzproblem einfach nicht existierte.
„Weiße Hose, schwarzes Oberteil, schwarze Brille, keine Probleme. Sie sieht nichts“, sagte er seinen Zuhörern.
Die Türen verriegeln
Diese wachsende Unruhe fällt zusammen mit einer massiven Sicherheitsdecke, die der russische Präsident über sein tägliches Leben legt.
Wachen sollen Berichten zufolge Überwachungssysteme in den Häusern seiner engsten Mitarbeiter installiert haben. Um Lecks zu verhindern, sind Mitarbeitern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel streng untersagt und ihre privaten Telefone stark eingeschränkt.
Der Kreml ordnete diese extremen Vorsichtsmaßnahmen nach den jüngsten Attentaten auf hochrangige Militäroffiziere an. Der Präsident hat auch aufgehört, mehrere seiner gewöhnlichen Wohnsitze zu besuchen.
Quellen: Daily Express, Full Contact