Bundesvorschriften besagen ausdrücklich, dass Einwanderungsgerichte diese Anträge streng vertraulich behandeln müssen.
Sein Heimatland zu verlassen, um Sicherheit zu suchen, ist ein enormer Vertrauensvorschuss.
Menschen vertrauen einer neuen Regierung ihre tiefsten Geheimnisse an und hoffen, dass sensible Informationen sicher verwahrt bleiben.
Doch manchmal weist dieses schützende Gewölbe ein gefährliches Leck auf.
Eine gefährliche Offenlegung
Eine brandneue Klage, die in Washington eingereicht wurde, wirft der US-Regierung vor, eine entscheidende Datenschutzvorschrift verletzt zu haben. Die Klageschrift richtet sich direkt gegen die aktuelle Regierung.
Anwälte behaupten, dass Bundesbeamte vertrauliche Asyldokumente aktiv an die iranische Regierung weitergeben. Die Public Citizen Litigation Group reichte die Klage im Namen des Iranian American Legal Defense Fund ein, wie NPR berichtete.
Diese weitergegebenen Unterlagen sollen zutiefst persönliche Informationen enthalten. Die Akten umfassen Details über politische Überzeugungen, familiäre Bindungen und die genauen Gründe, warum diese Personen überhaupt aus ihrem Heimatland geflohen sind.
Hohe Risiken
Bundesvorschriften besagen ausdrücklich, dass Einwanderungsgerichte und Sicherheitsbehörden diese spezifischen Anträge streng vertraulich behandeln müssen.
Rechtsanwalt Michael Kirkpatrick erläuterte die extreme Gefahr, diese Daten genau denjenigen auszuhändigen, vor denen diese Migranten fliehen.
„Das Gesetz ist sehr klar, dass Informationen innerhalb eines Asylantrags oder anderer Anträge auf ähnliche Schutzformen nicht weitergegeben werden dürfen, insbesondere nicht an die Regierung, vor der die Person flieht“, sagte Kirkpatrick gegenüber NPR.
Er fügte hinzu: „Diese Informationen könnten sie bei einer Rückkehr in große Gefahr bringen. Sie könnten inhaftiert, verhört, ins Gefängnis geschickt oder gefoltert werden. Hinzu kommt das Risiko für ihre Familie und Bekannten, die im Iran verbleiben.“
Geheime monatliche Treffen
Die Klage besagt, dass Einwanderungsbeamte routinemäßig jeden Monat mit iranischen Konsularbeamten zusammentrafen. Diese Treffen fanden persönlich statt.
Diese direkten Treffen endeten, nachdem die Vereinigten Staaten im Februar Militärschläge gegen den Iran starteten. Die Weitergabe von Dokumenten soll jedoch fortgesetzt worden sein. Anwälte behaupten, dass Beamte die Akten stattdessen einfach per Post verschickten.
Das Anwaltsteam stützte seinen Fall auf Aussagen verängstigter Häftlinge. Diese Migranten erkannten während offizieller Befragungen plötzlich, dass ausländische Beamte bereits ihre tiefsten Geheimnisse kannten, was absolute Panik auslöste. Ein vertraulicher ausländischer Beamter bestätigte ebenfalls die Datenpolitik, wie NPR berichtete.
Nun fordern die Anwälte, dass ein Richter die Praxis sofort stoppt. Sie verlangen außerdem, dass die Regierung jede einzelne Person benachrichtigt, deren private Daten offengelegt wurden.
Quellen: NPR