Lawrow behauptete, dass kurz nachdem die russischen Streitkräfte die Grenze überschritten hatten, ein praktikabler Rahmen existiert habe.
Wenn Kriegsparteien einen Ausweg suchen, benötigen sie gewöhnlich einen vertrauenswürdigen Vermittler. Doch wenn das Vertrauen zwischen globalen Mächten schwindet, wird der Weg zum Verhandlungstisch zu einem Minenfeld. Dies ist die Hürde, die den Bemühungen zur Beendigung des Krieges nun im Wege steht.
Eine Frage des Vertrauens
Russland lehnt neue Aufrufe zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine ab. Der Chefdiplomat des Landes behauptet, westlichen Nationen könne bei künftigen Friedensabkommen nicht länger vertraut werden.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach kürzlich auf einer Pressekonferenz nach Treffen mit Beamten in Mosambik.
Während des Briefings zeichnete Lawrow ein düsteres Bild der Diplomatie. Er warf westlichen Verbündeten vor, frühere Abkommen wiederholt gebrochen zu haben.
„Der Westen fährt fort, heuchlerische Forderungen nach einer Verhandlungslösung zu stellen“, sagte Lawrow laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS. „Verhandlungslösungen wurden bereits 2014, 2015 und 2019 erzielt.“
Gebrochene Abkommen
Der russische Diplomat nahm kein Blatt vor den Mund. Er machte europäische und amerikanische Staats- und Regierungschefs vollständig für das Scheitern früherer Friedensgespräche verantwortlich.
„In all diesen Fällen wurden die Garantien des Westens vom Westen selbst demontiert. Sie alle erwiesen sich als totale Lügen“, bemerkte er über TASS.
Er verwies auch auf die frühen Tage der aktuellen Invasion. Rückblickend auf das Jahr 2022 behauptete Lawrow, dass kurz nachdem die russischen Streitkräfte die Grenze überschritten hatten, ein praktikabler Rahmen existiert habe.
„Zudem gab es 2022 eine Verhandlungslösung zwischen Russland und der Ukraine, doch der Westen untergrub sie offen und öffentlich“, fügte Lawrow hinzu. „Wir vertrauen der erklärten Bereitschaft des Westens, eine Verhandlungslösung zu finden, nicht länger; diese Reserve an gutem Glauben und Hoffnung ist vollständig erschöpft.“
Signale vom Gipfel
Diese Äußerungen aus Moskau kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben gerade einen wichtigen NATO-Gipfel beendet, bei dem die Stimmung bezüglich des Krieges bemerkenswert aktiv war.
Während des Treffens signalisierte US-Präsident Donald Trump starke Unterstützung für Kiew. Reuters berichtete, dass Trump zugestimmt habe, Lizenzen zu erteilen, damit die Ukraine Patriot-Raketensysteme lokal herstellen könne.
Dennoch zeigte sich Trump optimistisch hinsichtlich einer Beendigung der Kämpfe. Der amerikanische Staatschef bemerkte, dass sein russischer Amtskollege tatsächlich Frieden wolle.
Hinter den Kulissen bleiben die diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Moskau offen. Trump teilte Reportern mit, er habe geplant, den Kreml-Chef unmittelbar nach dem Gipfel anzurufen. Russische Beamte bestätigten jedoch später, dass kein Anruf stattgefunden habe.
Quellen: TASS, Reuters