Startseite Politik Türkei verkauft angeblich russische Luftabwehrsysteme an andere Länder – Kreml...

Türkei verkauft angeblich russische Luftabwehrsysteme an andere Länder – Kreml reagiert

S-400 air defense system
Karasev Viktor / Shutterstock.com

Der türkische Schritt gilt angeblich als Versuch, die USA zufriedenzustellen.

Der Kreml bestätigte, dass Russland mit der Türkei enge Gespräche über die Zukunft seiner fortschrittlichen Flugabwehrraketen führt. Zuvor hatten lokale Medien berichtet, Ankara könnte seine in Russland hergestellten Waffensysteme an einen anderen Käufer weiterverkaufen.

Die Debatte kam auf, nachdem eine türkische Zeitung angedeutet hatte, die Ausrüstung sei bereits an ein Land im Nahen Osten verkauft worden. Eine entsprechende Ankündigung könnte schon bald erfolgen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich am Freitag auf einer wichtigen Pressekonferenz zu den Gerüchten.

„Alles, was ich sagen kann, ist, dass dieses Thema äußerst heikel ist. Wir standen in dieser Angelegenheit mit der türkischen Seite in Kontakt und werden diese Gespräche fortsetzen“, erklärte Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Jagd auf die Kampfjets

Laut der türkischen Zeitung Hürriyet suchen Regierungsvertreter in Ankara nach einer geschickten rechtlichen Lösung, um die Vereinigten Staaten zufriedenzustellen.

Eine Aufhebung der harten US-Sanktionen würde es der Türkei ermöglichen, sich wieder an einem lukrativen Tarnkappenjetprogramm zu beteiligen.

Die Zeitung merkte an, dass ein Verkauf der Luftabwehrausrüstung an einen Staat am Persischen Golf das gesamte Problem lösen könnte. Oksijen nannte unterdessen die Vereinigten Arabischen Emirate als möglichen Käufer.

Washington hatte die Türkei zuvor als direkte Strafmaßnahme aus dem Hightech-Kampfjetprogramm ausgeschlossen. Die Entscheidung war eine unmittelbare Vergeltung dafür, dass Ankara westliche Warnungen ignoriert und einen umfangreichen Verteidigungsvertrag mit Moskau unterzeichnet hatte.

Ein kostspieliger Streit

Bereits 2017 stimmte die Türkei einem Vertrag im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar über den Erwerb von vier Bataillonen des russischen Raketensystems zu. Das staatliche Unternehmen Rosoboronexport gab bekannt, dass alle im Rahmen des Abkommens vereinbarten Lieferungen Ende 2019 abgeschlossen worden seien.

Doch der Kauf war mit außerordentlich hohen diplomatischen Kosten verbunden. US-Beamte argumentierten wiederholt, dass der parallele Betrieb russischer Radarsysteme und westlicher Kampfjets streng geheime Militärtechnologie gefährden würde.

Nun strebt die Türkei einen Neuanfang an. Eine Verlegung der Raketen aus dem türkischen Staatsgebiet könnte der entscheidende Schritt sein, um das eingefrorene Bündnis mit Washington wiederzubeleben.