Sie ist die siebzehnte Person, die in dieser umfassenden Untersuchung aussagt.
Wenn das Privatleben hochrangiger Persönlichkeiten öffentlich wird, reichen die Auswirkungen oft bis in die höchsten Ebenen der Wirtschafts- und Politikwelt.
Jahre verborgener Verbindungen geraten schließlich ins grelle Licht einer offiziellen Untersuchung.
Nun muss eine weitere wichtige Persönlichkeit ihre Vergangenheit erklären.
Rechenschaft vor Gesetzgebern
Kathryn Ruemmler wird sich heute vor dem House Oversight Committee verantworten, wie ABC berichtet. Die ehemalige Top-Juristin von Goldman Sachs hat jahrelang einflussreiche Verbindungen in ganz Washington aufgebaut, und nun muss sie sich dafür verantworten.
Zuvor war sie als Rechtsberaterin des Weißen Hauses für Präsident Barack Obama tätig. Dieser beeindruckende Lebenslauf wird nun von Gesetzgebern überschattet, die Antworten zu ihrer Verbindung zu Jeffrey Epstein fordern.
Sie ist die jüngste prominente Persönlichkeit, die in eine umfassende parteiübergreifende Untersuchung hineingezogen wird, so die Associated Press. Politiker wollen eines wissen: Sie versuchen herauszufinden, wie wohlhabende Freunde den in Ungnade gefallenen Finanzier vor dem Gesetz geschützt haben könnten.
Eine Spur von E-Mails
Das Justizministerium hat kürzlich Tausende von Dokumenten veröffentlicht, die Licht auf ihre Verbindung werfen. Diese Akten skizzieren eine umfangreiche Geschichte zwischen den beiden.
Ihre Beziehung ging eindeutig über normale juristische Arbeit hinaus. Ermittler fanden Aufzeichnungen über persönliche Geschenke, gesellschaftliche Anlässe und freundliche Nachrichten, die lange nach seiner Verurteilung wegen Sexualverbrechen im Jahr 2008 ausgetauscht wurden.
Ruemmler versucht nun fieberhaft, sich von dem massiven Skandal zu distanzieren. Die Associated Press merkt an, dass sie kürzlich Erklärungen veröffentlichte, in denen sie ihn als „Monster“ bezeichnete, um ihren Namen reinzuwaschen.
Eine andere Geschichte
Doch die veröffentlichten Akten erzählen eine völlig andere Geschichte. Die Dokumente enthüllten, dass sie ihn in E-Mails zuvor als „Onkel Jeffrey“ bezeichnete und ihm sagte, sie verehre ihn.
Die öffentliche Empörung über diese privaten Nachrichten traf hart. Als Reaktion darauf kündigte sie im Februar ihren Rücktritt von Goldman Sachs an, um die Wut zu besänftigen.
Obwohl sie versprach, bis Ende Juni zurückzutreten, ist sie tatsächlich immer noch bei der Investmentbank angestellt. Diese Situation hat noch mehr Stirnrunzeln hervorgerufen.
Eine wachsende Liste
Sie ist die siebzehnte Person, die in dieser umfassenden Untersuchung aussagt. Persönlichkeiten wie Bill Gates und der ehemalige Präsident Bill Clinton haben sich bereits dem Ausschuss gestellt.
Auch der Milliardär Leon Black steht auf dem Zeitplan. Gesetzgeber erließen im letzten Monat eine Vorladung, nachdem er sich geweigert hatte, Fragen zu beantworten, und er wird im September eine formelle Aussage machen.
Der Ausschuss könnte dort nicht Halt machen. Sie wollen auch den amtierenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche befragen, wie das Justizministerium mit der Dokumentenfreigabe umgegangen ist.
Quellen: Associated Press